Landwirt Olaf Fackiner ist von Arbeit der Rumänen überzeugt

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Ist froh, dass er auf seinem Hof rumänische Unterstützung hat: Landwirt Olaf Fackiner (links) bekommt von den Brüdern Constantin (Mitte) und Ovidiu Pintilie auch Hilfe beim Melken seiner Milchkühe.

Dainrode. Constantin Pintilie ist mit den Gedanken oft bei der Familie daheim im rumänischen Cotnari. Derzeit arbeitet er zusammen mit seinem Bruder Ovidiu aber rund 2300 Kilometer entfernt auf dem Hof des Dainroder Landwirts Olaf Fackiner.

Zuhause, in der kleinen Gemeinde nahe der Grenze zu Moldawien, baut der 26-Jährige gerade ein Haus. „Das Geld, was wir in Deutschland verdienen, können wir sehr gut gebrauchen“, sagt Constantin Pintilie, der sein Ingenieur-Studium in Rumänien erfolgreich abgeschlossen hat. „Wir verdienen in Deutschland viermal so viel wie in Rumänien“, fügt sein Bruder, der Jura studiert hat, hinzu. Die Beiden bleiben je sechs Monate in Dainrode und wollen sich anschließend Berufe in Rumänien suchen.

Wenn es nach der neuen Freizügigkeits-Regelung der EU geht, könnten Constantin und Ovidiu Pintilie sogar noch länger in Dainrode bleiben. Olaf Fackiner würde das freuen, denn er ist begeistert von seinen Mitarbeitern, die ihm beim Melken seiner rund 300 Milchkühe, beim Bewirtschaften des Gründlandes und bei anderen anfallenden landwirtschaftlichen Tätigkeiten helfen.

„Ich beschäftige seit dem Jahr 2011 Rumänen bei mir auf dem Hof und habe noch nie negative Erfahrungen gemacht. Ich zahle vernünftige Löhne, und die Jungs sind alle fleißig, engagiert und bringen sich gerne in unser Familien- und Dorfleben ein.“

Der Landwirt ärgert sich daher maßlos über die derzeitige Debatte in den Medien, besonders über die CSU. Diese hatte die Öffnung des Arbeitsmarktes für Rumänen und Bulgaren zum Anlass genommen, um vor dem aus ihrer Sicht damit verbundenen Missbrauch von Sozialleistungen zu warnen.

„Dass nun viele Rumänen und Bulgaren nach Deutschland kommen, die vornehmlich Sozialleistungen abgreifen, ist völliger Quatsch“, sagt Fackiner. Schwarze Schafe werde es natürlich immer geben. „Aber das sind auch diejenigen, die bereits in Rumänien dem dortigen Staat auf der Tasche gelegen haben“, sagt der Dainroder. Er betont: „So gut wie alle Rumänen, die nach Deutschland kommen, wollen hier auch arbeiten und sind sehr zuverlässig.“

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Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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