Landwirte warteten 3,5 Stunden, um Getreide abzuladen

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Karl-Heinz Ködding, Landwirt aus Dainrode, steht hier vor dem Anhänger eines Kollegen, der gerade Raps ablädt.

Frankenberg. Karl-Heinz Ködding steht in der Siegener Straße in Frankenberg neben seinem Schlepper und wartet. Ein sommerliches, arbeitsreiches Wochenende liegt hinter dem Landwirt aus Dainrode. Er hat tonnenweise Getreide gedroschen.

Dieses hat er zum Raiffeisenspeicher transportiert. Und dort ziemlich lange angestanden.

Schon zum zehnten Mal in diesem Jahr fährt er den Getreidesilo an. Eine knappe Stunde wird es noch dauern, bis er seine sechs Tonnen Winterweizen abladen kann, schätzt Ködding. "Das geht ja noch", sagt er, am Tag zuvor habe er dreieinhalb Stunden gewartet. Gegen 14 Uhr habe ihm seine Frau das Mittagessen vorbeigebracht, damit er seinen Platz in der Schlange nicht aufgeben muss.

Während die Landwirte vor der Tür warten, rotieren drinnen die Mitarbeiter von Raiffeisen Kurhessen-Thüringen. Armin Hesse sitzt vor dem mit Getreidestaub bedeckten Computerbildschirm, der anzeigt, wie viel Sommergerste, Hafer, Roggen oder Raps der Landwirt gerade in die Schüttgosse kippt. "In den letzten Tagen ist es sehr viel gewesen", berichtet er. Allein am Samstag seien mehrere hundert Tonnen Getreide angeliefert worden.

Derzeit befinden sich etwa 3200 Tonnen in dem Speicher, der 3500 Tonnen fasst. "Bis er voll ist, kann es sich nur noch um Stunden handeln", sagt Armin Hesse. In diesem Jahr sei das glücklicherweise noch nicht passiert, da zwischendrin verladen werde. Gegen Ende der Ernte und an den "tollen Tagen", wie er sie nennt, könnten die Kapazitäten aber knapp werden.

"Man kann den Landwirten nur für die Geduld danken", sagt Hesse. Er selbst arbeite "bis der Letzte abgeladen hat". Am Vortag war das um 2 Uhr in der Nacht. Im Durchschnitt bringe ein Schlepper acht Tonnen Getreide oder Raps zum Speicher, das Abladen dauere im Durchschnitt zehn bis zwölf Minuten.

Bei dem idealen Wetter am Wochenende wurde sehr viel gedroschen, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg. "Da geht s schon ab im Moment."

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Quelle: HNA

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