Classic Open Air in Frankenberg

Lateinamerika trifft auf Hollywood

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Stets beeindruckende Atmosphäre bietet das Beil Classic Open Air: Schüler der Edertalschule und der Christian-Rauch-Schule beweisen, zu was Schulorchester in der Lage sein können. Motto in diesem Jahr: „Tango meets Movie“.

Frankenberg - So stark sind die Schüler aus Frankenberg und Bad Arolsen, dass beim diesjährigen Classic Open Air im Autohaus Beil auf Solisten von Außerhalb verzichtet wird: Neben den Orchestern soll Anna-Sophie Kobus als Solistin glänzen.

Eine besondere Ehre erfahren die Jugendsinfonieorchester der Edertalschule und der Arolser Christian-Rauch-Schule. Ihr gemeinsames Konzert, das Beil Classic Open Air im Frankenberger Autohaus Beil, findet in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen des Kultursommers Nordhessen statt. „Wir freuen uns sehr, Bestandteil dieses Programms zu sein“, sagt Gastgeber Günter Beil - besonders froh sei er darüber, dass die Zusammenarbeit langfristig ausgerichtet sei.

„Ich bin glücklich, dass wir dem Anspruch des Kultursommers gerecht werden“, sagt er. Dass dieser Anspruch aber auch stets ein breites Publikum findet, beweisen die Besucherzahlen: Rund 1100 Gäste besuchten das Konzert im Hinterhof des Autohauses im vergangenen Jahr, mit 1200 rechnet Beil am 19. Juli, wenn die neunte Auflage ansteht.

Die Bühne wächst

Nach dem Umbau im Autohaus soll auch die Bühne wachsen: Knapp 230 Quadratmeter Fläche haben die jungen Musiker. „Wir wollen so wenig Unterbrechungen zwischen den Stücken wie möglich“, sagt Orchesterleiter Markus Wagener, der auch die neue Bühne konzipiert hat. In Sachen Licht und Klang setzen die Veranstalter aber auf Bewährtes - weil sie zufrieden waren und die gleiche Resonanz auch aus dem Publikum gekommen sei.

Stets neu ist hingegen in jedem Jahr der musikalische Inhalt. „Tango meets Movie“ lautet der Titel für diesen Sommer. „Wir möchten die lateinamerikanische Atmosphäre der WM transportieren“, erklärt Wagener - und ergänzt selbstbewusst: „Es gibt wohl kein Programm, das ähnliche Akzente setzt“.

Als Gäste sind die Mitglieder des Kasseler Tango-Ensemble eingeladen. Sie spielen mehrere Stücke, in denen das Bandoneon eine tragende Rolle spielt. „Wir zeichnen die Geschichte dieses ursprünglich deutschen Stückes in umgekehrter Reihenfolge nach“, sagt Wagener: Von der lateinamerikanischen Tanzmusik über die Klänge Hollywoods, die ebenfalls ausgiebig zu hören sein sollen, zurück in die Alte Welt - in der immerhin das Konzert stattfindet. Und aus der somit auch die Hauptperson des Abends stammt: Anna-Sophie Kobus. „Sie ist eine ganz starke Solistin“, lobt Wagener seine Solistin. So stark gar, dass auf die sonst üblichen auswärtigen Solisten verzichtet wird. Insbesondere glänzen soll sie etwa bei den „Zigeunerweisen für Violine und Orchester“ von Pablo de Sarasate.

Auf Seminare mit Profis, bei denen sonst meist die Solisten lehren, müssen die Schüler aus Arolsen und Frankenberg dennoch nicht verzichten. Markus Wagener und Rainer Böttcher haben mit Peter Zelienka einen hochklassigen Kollegen gefunden, der den Schülern Unterricht gibt. Der Dirigent des HR-Sinfonieorchesters war von der Qualität der jungen Klangkörper so begeistert, dass er auch am 19. Juli dirigieren will.

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