AFK-Themenabend

Leben und Arbeiten in der Region

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Der AFK-Vorsitzende Klaus Gantner (l.) und Günter Beil (r.) begrüßten zum Themenabend im Autohaus Beil Wirtschaftsförderin Anna Blum und Uwe Kemper von der Bundesagentur für Arbeit in Korbach.

Frankenberg - Positive Arbeitsmarktzahlen und ein positives Bild der Region - Zwei Aspekte, deren Entwicklung der AFK nicht nur sichern, sondern auch verbessern möchte.

Der Abend zum Thema „Leben & Arbeiten in Waldeck-Frankenberg“, zu dem der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) eingeladen hatte, bot reichlich Diskussionsstoff. Als Referenten waren Uwe Kemper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit aus Korbach, und Anna Blum, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement Waldeck-Frankenberg, zu Gast.

Die Unternehmen im Landkreis verbinden Tradition mit Innovation und bieten attraktive berufliche Möglichkeiten, um in der Region gut leben und arbeiten zu können. Darin waren sich die AFK-Mitglieder einig. Doch gelte es, dies auch gebührend bekannt zu machen. Dazu müsse dringend das „Leitbild“ des Landkreises überarbeitet und den aktuellen Herausforderungen angepasst werden, unterstrich der AFK-Vorsitzende Klaus Gantner. Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und dem Bedarf an Nachwuchs- und Fachkräften müsse gehandelt werden, um die Region als Wirtschaftsstandort langfristig mit besten Zukunftsaussichten zu präsentieren. „Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis zeigt sich sehr positiv“, berichtete Uwe Kemper. Die Zahl an Arbeitslosen sei seit 2009 um rund 1900 auf unter 4000 gesunken.

Zugleich sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen um mehr als 5000 auf mehr als 59 000 angestiegen. Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) habe sich in den vergangenen Jahren extrem weiterentwickelt. Man sei weg von dem „Massengeschäft“ früherer Jahre und setze derzeit, auch unter dem Aspekt des Projekts „BA 2020“, auf individuelle Kundenlösungen.

Den Arbeitgebern in der Region biete man Unterstützung wie etwa bei der Personalbeschaffung oder der Personalbindung an. Der Arbeitgeberservice berät Betriebe auch über Fördermöglichkeiten, wie etwa für die Weiterbildung der Beschäftigten, betonte Uwe Kemper. Allein dafür habe die BA im Jahr 2014 mehr als 150 Millionen Euro an finanziellen Zuschüssen geleistet. Von der Qualifikation der Beschäftigten würden die Betriebe und die Mitarbeiter profitieren. Die Unternehmen entwickeln ihre eigenen Fachkräfte, binden diese an den Betrieb und stärken so ihre Wettbewerbsfähigkeit. Für die Arbeitnehmer bedeute Qualifizierung letztlich mehr Schutz vor Arbeitslosigkeit. In diesem Zusammenhang informierte Uwe Kemper über das Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“. Damit will die BA kleine und mittlere Unternehmen unterstützen.

Wirtschaftsförderin Anna Blum unterstrich die Bedeutung eines positiven Bildes - sowohl zur zukünftigen Vermarktung der Region als auch zur Fachkräftesicherung. Eine Befragung von Studierenden und Heimkehrern habe gezeigt, dass unter vielen Nachwuchsfachkräften häufig Unklarheit herrsche über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im Landkreis. Man wünsche sich beispielsweise informelle Karriereevents, häufige lokale Treffen oder Netzwerke bis hin zu Patensystemen. Auch familienfreundliche Karrieremodelle standen auf der Wunschliste oder ein „Welcome-Center“ mit Unterstützung, etwa bei der Wohnungssuche.

Die Frage nach dem Bild der Region und der Unternehmen in der Öffentlichkeit bot im Anschluss reichlich Gesprächsstoff: Der AFK-Vorstandsvorsitzende Klaus Gantner unterstrich die Bereitschaft der Wirtschaft, mit der Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement Waldeck-Frankenberg zusammenzuarbeiten. „Jetzt gilt es, eine Strategie mit gezielten Maßnahmen auszuarbeiten, die die hohe Qualität für ein Leben & Arbeiten in der Region nicht nur sichern, sondern auch steigern muss“, sagte Gantner.(r)

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