Konzert der Gruppe Brassmen eroberte die Herzen der Zuhörer in Hatzfeld im Sturm

Pep und Lebensfreude pur

„Ich geh mit meiner Laterne“: Das bekannte Lied sangen die fünf Musiker der Formation Brassmen zum Schluss des Konzerts als letzte Zugabe. Fotos: Moniac

Hatzfeld. Mit den festlichen Klängen des Yorckscher Marsches von Beethoven zogen sie ein, die fünf Musiker von Brassmen. Im Handumdrehen gewannen sie die Herzen der Zuhörer im vollbesetzten Bürgerhaus Hatzfeld: Das Konzert des Blechbläserensembles, gedacht als Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Posaunenchores, traf in Gänze den Geschmack des Publikums.

Klaus Eggermann, Vorsitzender des örtlichen CVJM, hatte zuvor die Gäste begrüßt und den Sponsoren für ihr Engagement gedankt.

Der erste Teil war der Klassik gewidmet und bereitete stimmungsmäßig auf die nahenden Festtage vor. Da gab es etwa den reizenden Blumenwalzer aus Tschaikowskys Nussknackersuite, deren allzu romantische Wirkung allerdings durch eine szenische Darstellung im rosa Tutu ins Scherzhafte verändert wurde.

Mit der Ouvertüre aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber ging es weiter, gefolgt von Barockmusik von Antonio Vivaldi und einem feierlich verhaltenen Choral von Johann Sebastian Bach. Die tiefe Verbundenheit der Musiker mit dem christlichen Glauben wurde deutlich anhand des Liedtextes „Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin“.

Nun darf man sich die Ansagen der Profi-Künstler nicht nüchtern oder gar steif vorstellen. Im Gegenteil: Sie veralberten sich gegenseitig, fielen sich gekonnt ins Wort und erheiterten ihre Zuhörer mit frechen Wortwitzen und schlagfertigen Kommentaren.

Deutlich wurde dies auch im zweiten Block, der Swing-, Pop- und Jazzmusik zum Mittelpunkt hatte. Mit Schwung und purer Lebensfreude bliesen die Brassmen zur „Damenjagd“, spielten die schönsten Hits der „ersten deutschen Boygroup“, sprich den Comedian Harmonists, und vergackeierten sich gegenseitig mit ihrer Neigung zum Missachten von Radarfallen.

Sonne im November

Ein temperamentvoller spanischer Zigeunertanz sorgte noch einmal für Sonne im November, bevor „Rudolph, the Rednosed Reindeer“, vorgetragen als Dixie, half, „in die Adventszeit reinzukommen“, wie der Moderator versprach.

Damit das Programm nicht zu schwerlastig wurde, bauten die Brassmen comedyartige Zwischenlagen ein. So gab es einen Dialog zwischen zwei Straßenkehrern, die Vorschriften aus Brüssel verständnislos gegenüber standen.

Mit einem Mix aus „Halleluja“ und „When the Saints are Marching in“ endete das offizielle Programm. Doch natürlich gewährten die Brassmen ihrem Publikum mehrere Zugaben. Beim französischen Cancan forderten sie zum Tanzen auf und stellten dann ein Solostück für Tuba vor, bei dem der Musiker sein Instrument zum Qualmen brachte.

„Ich geh mit meiner Laterne“ sangen die völlig verausgabten Musiker ganz zum Schluss in rot-schwarzen Zipfelmützen. Die Zuhörer dankten mit tosendem Beifall.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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