Konkurrenz um Bau eines Seniorenzentrums in Frankenau

Lebenshilfe-Chef kritisiert DRK-Chef

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Das Wohngruppenhaus ist fertig, die alte Schule (dahinter) wird Tagespflegeheim. Davor ist Platz für das Seniorenzentrum.

Frankenau - Mit deutlichen Worten hat der Chef des Lebenshilfe-Werks Dr. Wolfgang Werner das Verhalten des DRK-Kreisverbandes und des Geschäftsführers Christian Peter kritisiert. Das DRK will in Frankenau ein Seniorenzentrum bauen - obwohl die Lebenshilfe seit Jahren ein Konzept für den Standort hat.

Zwei Einrichtungen konkurrieren um den Zuschlag für den Neubau eines Seniorenheims in Frankenau. Das Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg hat die Pläne seit Jahren in der Schublade: Das Seniorenzentrum ist der letzte von drei Bauabschnitten rund um die ehemalige Schule. Und auch das DRK hat Interesse, in Frankenau ein Seniorenzentrum zu bauen. Als Standort hat es sich ein Gebäude an der Ecke Hildebrandweg/Frebershäuser Straße ausgesucht. Anträge liegen der Stadt von beiden Institutionen vor (wir berichteten).

Von dieser Entwicklung sei er sehr überrascht gewesen, sagte Dr. Wolfgang Werner, Vorstandsvorsitzender des Lebenshilfe-Werks Waldeck-Frankenberg, im Gespräch mit WLZ-FZ. Es sei „schon merkwürdig“, dass ein Partner aus der Liga der freien Wohlfahrtspflege Waldeck-Frankenberg aktiv werde, ohne vorher mit der Lebenshilfe Kontakt aufzunehmen. „Das ist eine Art und Weise, die wir nicht akzeptieren. Das werden wir auch noch an anderer Stelle deutlich machen.“ Das Vorgehen des DRK-Geschäftsführers Christian Peter sei nicht nur dreist, sondern auch „außerhalb einer fairen Zusammenarbeit“.

Der Geschäftsführer des Frankenberger DRK-Kreisverbands Christian Peter zeigte sich nicht überrascht darüber, dass die Lebenshilfe verärgert ist. „Wettbewerb ist immer etwas, was man nicht liebt“, kommentierte er gegenüber WLZ-FZ. „Dass die Lebenshilfe nicht erfreut ist, ist klar.“ Dass deren Pläne für ein Seniorenzentrum schon länger existieren, sei ihm nicht bekannt gewesen. „Ich habe das anders interpretiert.“ Für ihn habe dieser dritte Bauabschnitt nach einer spontanen Reaktion auf die Insolvenz der Wesemühle ausgesehen.

Das Interesse des DRK am Bau eines Seniorenheims mit 40 bis 50 Plätzen für Senioren mit und ohne Behinderung sei „durchaus konkret“.

Der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe machte seine Erwartungen an die Stadt deutlich: Er appellierte an die Stadtverordneten, sich an die langjährige Zusammenarbeit und die gemeinsamen Pläne zu erinnern, die eine lange Vorgeschichte haben. „Wir haben hier investiert“, betonte Werner. „Es wäre eine Enttäuschung, wenn wir jetzt das Nachsehen hätten.“

(Von Andrea Pauly)

Den ausführlichen Artikel sowie weitere Informationen zum Projekt der Lebenshilfe in Frankenau lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der FZ am 29. August.

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