Frankenau

Lebenshilfe kauft die alte Hauptschule

- Frankenau (apa). Auch das Deutsche Rote Kreuz hatte Interesse an dem Grundstück im Ortskern von Frankenau angemeldet. Die Entscheidung fiel aber aus finanziellen Gründen zu Gunsten der Lebenshilfe aus.

Die Stadtverordneten haben dem Verkauf des Grundstücks und des Gebäudes zum Preis von 160 000 Euro an das Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg einstimmig zugestimmt. Das dort von der Lebenshilfe geplante Seniorenprojekt soll das komplette Angebot der Altenhilfe umfassen, sowohl ambulant als auch stationär. Ein weiteres, kleines Pflegeheim auf dem Gelände der Hauptschule mit etwa 26 Plätzen ist als „Möglichkeit“ in diesem Konzept ebenfalls vorgesehen. Dafür plant die Lebenshilfe, einen Verbund mit dem Frankenauer Pflegeheim „Wesemühle“ zu gründen. Die Projektleitung soll allerdings bei der Lebenshilfe bleiben. „Erste Gespräche haben bereits stattgefunden“, sagte Birgit Poppke, Heimleitung der „Wesemühle“, im Gespräch mit der FZ. Für das Pflegeheim wäre nach ihren Angaben ein Verbund mit der Lebenshilfe interessant, weil ein auf Senioren zugeschnittenes Angebot den Standort des Seniorenheims unterstützen würde. Als erster Schritt soll das Schulgebäude in eine Tages- und Nachtpflegeeinrichtung umgestaltet werden. Die beiden Geschosse bieten genügend Platz für Wohnküchen, Beschäftigungs-, Therapie- und Ruheräume und behindertengerechte Toiletten. Der Keller ist für Lager- und Abstellräume vorgesehen, für einen gegebenenfalls notwendigen Anbau wäre genug Platz auf dem Grundstück. Etwa 14 Senioren aus der Region sollen in der ehemaligen Schule betreut werden können. Gleichzeitig soll aber der ambulante Pflegedienst intensiviert werden, um es älteren Menschen zu ermöglichen, in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Ziel dieser doppelten Betreuung ist es laut Konzept der Lebenshilfe, das Leben im Ortskern zu aktivieren. Auf dem Grundstück soll zudem ein Wohngruppenhaus für fünf Senioren entstehen, die im Rahmen des Betreuten Wohnens dort leben und sich, soweit möglich, selbst versorgen. Die Anzahl dieser Plätze hat laut Konzept der Lebenshilfe keine Auswirkungen auf die vorhandenen stationären Plätze im Pflegeheim „Wesemühle“. Pro Person sind ein etwa 20 Quadratmeter großer, separater Wohn- und Schlafraum vorgesehen. Eine Wohnküche und eine große Terrasse sollen gemeinschaftlich genutzt werden. Die Räume sind barrierefrei geplant und auch das Bad soll pflegegerecht ausgestattet werden. Die Zusammenarbeit der beiden Anbieter – Lebenshilfewerk und Wesemühle – hat unter anderem das Ziel, dass Senioren aus Frankenau und den Ortsteilen dort ihren Lebensabend verbringen können. Zudem sind mehr Kontakte zu anderen Menschen möglich. Durch die Angebote in der Tagespflege und der ambulanten Pflege könnten Leerstände von Wohnhäusern vermieden werden. Nicht nur das Lebenshilfe-Werk hatte Interesse an der alten Hauptschule und dem Grundstück in Frankenau angemeldet – auch das Deutsche Rote Kreuz hatte ein Konzept für eine Senioreneinrichtung vorgelegt, das nach Angaben von Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat sehr ähnlich war. Allerdings gab es einen entscheidenden Unterschied: Das Lebenshilfe-Werk bezahlt 160 000 Euro für das Grundstück und das Gebäude. Das war im Angebot des Roten Kreuzes nicht vorgesehen, wie Kubat im Gespräch mit der FZ erläuterte.

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