Frankenberg

Lebenshilfe verleiht erstmals Integrationspreis

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- Frankenberg (sr). Der Ernsthäuser Karl Kamm und die Bezirkslandfrauen nahmen den ersten Integrationspreis der Frankenberger Lebenshilfe entgegen. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Ehrenamt kamen zur Verleihung in die Ederberglandhalle

Ein aus Eisen geschmiedetes Lebenshilfe-Emblem bildete das äußere Zeichen der Ehrung. „Es ist standfest und solide in der Balance“, sagte der Vorsitzende der Frankenberger Lebenshilfe Helmut Klein und zog Parallelen zur pädagogischen Arbeit mit behinderten Menschen. Die symbolträchtige Figur wurde von dem Rosenthaler Schmiedekünstler Gerald Lanz geschaffen. Klein würdigte das ehrenamtliche Engagement aller Helfer in der Lebenshilfe. Seit 45 Jahren engagiert sich der Verein für behinderte Menschen und ihre Angehörigen. Garant dafür sind viele freiwillige Helfer bei Projekten und Veranstaltungen.

Der Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes Uwe Brückmann würdigte das Ehrenamt. Rund 20 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland uneigennützig – mit steigender Tendenz. Nicht der Egoismus nehme zu, sondern die Bereitschaft, sich für die Gesellschaft einzusetzen, berichtete Brückmann erfreut. „Statt Geld bekommt man Gefühle, erfährt Respekt und Anerkennung“. Der Chef des überregionalen Sozialhilfeträgers betonte, dass der Landeswohlfahrtsverband ehrenamtliches Engagement in seinen Einrichtungen nicht als Ersatz für soziale Dienstleistungen ansehe, sondern als Ergänzung.

Bürgermeister Christian Engelhardt bezeichnete die Arbeit der Lebenshilfe als Bereicherung für die Stadt. Der Rathauschef zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog: „Das Ehrenamt ist näher dran an den Problemen, löst sie mit Kreativität und zeichnet sich durch viel Menschlichkeit aus.“ Die Feierstunde in der Ederberglandhalle wurde vom Jugendorchester des Battenberger Musikzuges unter der Leitung von Tobias Maurer musikalische gestaltet. Nach Märschen und Medleys begeisterten drei Schlagzeuger mit einer „Hockermusik“.

Viel Applaus erntete auch die Band der Frankenberger Kegelbergschule unter der Leitung von Maik Möller. Sieben Jugendliche begeisterten mit einer rockigen Version von „Alle meine Entchen“ und dem Nena-Hit „99 Luftballons“. Helmut Klein erklärte, dass die Verleihung des Integrationspreises wiederholt werden soll. Schon jetzt kündigte er außerdem den traditionellen Lebenshilfe-Basar am 5. Dezember in der Ederberglandhalle an.

KARL KAMM

Der Ernsthäuser Karl Kamm engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der Lebenshilfe. Von Fußballspielen übers Sommerfest bis zum Weihnachtsbasar, Kamm organisiert und packt überall mit an. Auf seine Initiative geht auch das traditionelle Fußball-Freundschaftsspiel der Alten Herren des TSV Ernsthausen gegen die Fußballer der Werkstatt für Behinderte zurück. In diesem Jahr gab es schon die 30. Auflage, die wieder einmal Unentschieden endete. Die Kicker gestalten auch die Weihnachtsfeier der Lebenshilfe mit. Kamm nahm außerdem oft als Delegierter der Frankenberger Lebenshilfe an Tagungen des Lebenshilfe-Werkes teil. „Er begegnet behinderten Menschen auf Augenhöhe und hat viele Freundschaften aufgebaut“, betonte Helmut Klein. Kamm zeigte sich bescheiden und bezog seine Fußballkollegen vom TSV Ernsthausen in die Ehrung mit ein. „Es ist für mich aus meiner inneren Verantwortung heraus selbstverständlich zu helfen“, sagte Kamm. Ehre sei für ihn die Freude der behinderten Menschen. Die Fußballer der Lebenshilfe forderten Kamm vor der Ehrung beim Torwandschießen heraus.

BEZIRKSLANDFRAUENVEREIN

Die Cafeteria der Landfrauen ist seit 36 Jahren ein fester Bestandteil beim Weihnachtsbasar der Lebenshilfe. „Mit dem Basar hat die Lebenshilfe eine Erfolgsgeschichte geschrieben – frei nach dem Motto: Oft kopiert, aber nie erreicht“, betonte Helmut Klein. Jedes Jahr locken vier Landfrauenvereine aus dem Altkreis Frankenberg mit selbst gebackenen Torten und Kuchen viele Besucher in die Ederberglandhalle. Mit dem Erlös würden notwendige und dringende Investitionen sowie Hilfen für behinderte Menschen finanziert. Den Preis nahmen stellvertretend die Bezirksvorsitzende Christa Rauhio und die Geschäftsführerin Eva Golde entgegen. Klein lobte das Engagement der „zupackenden Frauen“, die auch einen Stromausfall und lange Spülmaschinenzeiten meisterten.

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