Rundgang durch Naturschutzgebiet

Lebensraum für Heide und Wacholder

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Allendorf-Battenfeld - Das Naturschutzgebiet "Battenfelder Driescher" wurde genau vor 30 Jahren ausgewiesen.

Aus diesem Grund hatte Frank Röbert vom Frankenberger Forstamt am Samstagnachmittag zu einem Rundgang durch das rund 32 Hektar große und landschaftlich schöne Heideflächen-Gebiet eingeladen. Mehr als 30 Interessenten, überwiegend Naturfreunde, beteiligten sich an dem rund zweistündigen Spaziergang durch die Flure Maiberg und Butterrücken.

Frank Röbert freute sich über das große Interesse, auch wenn die Heideblüte schon vorbei und jahreszeitlich nicht so viel zu entdecken war. Unter den Teilnehmern waren auch Anna Maria Pohl von der Oberen Naturschutzbehörde im Kasseler Regierungspräsidium, der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes NABU, Heinz-Günther Schneider, der Naturschutzgebiet-Pate Gerhard Kesper und der Schaf- und Ziegenhalter Gerhard Schmitt, der mit seinen Herden die Heidefläche pflegt.

Die Battenfelder Driescher ist eine typische Heidelandschaft mit einer besonderen Fauna und Flora, die durch menschliche Eingriffe wieder an ihren Urzustand herangeführt wurde. Naturschützer freuen sich darüber, dass Vögel wie die Heidelerche wieder heimisch wurden. Ebenso werden wieder landschaftstypische Flechten, Pflanzen und Insektenarten angetroffen.

„Driescher“ sei ein Ausdruck aus dem Mittelhochdeutschen und bedeute „erschöpfter Acker“, erklärte Röbert. Mit dem sogenannten Plaggen werden Grassoden und Heidestücke gestochen. Mit der ganzjährigen Beweidung werde erreicht, dass auf der Freifläche keine Bewaldung einsetze: Schafe und Ziegen fressen die jungen Pflänzchen ab, bevor sie groß werden und die Heide verdrängen können. Ohne den Einfluss des Menschen gebe es diese Kultur-landschaft nicht mehr, waren sich alle Naturschützer einig.

Heideflächen seien in Nordhessen rar geworden, stellte Röbert fest. Es gebe nur noch rund 200 Hektar, davon rund 50 Hektar im Upland. Ein Grund ist der Rückzug der Landwirtschaft, viele einst extensiv genutzten Flächen blieben über Jahrzehnte sich selbst überlassen. Viele Heideflächen sind durch Umwandlung in Wälder verloren gegangen. Eine 30 Jahre alte Luftbild-Aufnahme machte deutlich, wie die Aufforstung und Verbuschung des seltenen Lebensraumes begann.

Wichtig im Naturschutzgebiet „Battenfelder Driescher“ sind die Zwergstrauchheide, die Wacholder-Sträucher und der Borstgrasrasen, die Arnika, die Heidelerche, einige Flechtenarten sowie einige Insekten. Beobachtet wurde erst kürzlich der leuchtende Feuerfalter.

Schneider und Kesper vom NABU im oberen Edertal gaben an Ort und Stelle interessante Information über das Leben im Naturschutzgebiet. Beide dankten allen Förderern für die jahrzehntelange Unterstützung des Naturschutzes. Bisher gab es drei Landschaftspflegepläne.

von Peter Bienhaus

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