VW Golf feiert am Samstag Geburtstag

Leder, Lack und Chrom am Kult-Golf

+
Patrick Nunne vor seinem Golf, Baujahr 80. Jahrelang hat er daran geschraubt.Fotos: Mark Adel

Battenberg-Dodenau - Als die Geburtsstunde des VW Golf schlug, war Patrick Nunne noch lange nicht geboren. Doch schon als Kind wusste er: "So einen will ich auch." Vor sieben Jahren hat er sich den Traum erfüllt.

Kantiges Äußeres, kompaktes Aussehen und Ausmaße, die heute gerade mal für einen Kleinwagen ausreichen: Das ist die erste Generation des VW Golf. Das erste Fahrzeug lief am 29. März 1974 vom Band - vor genau 40 Jahren.

Patrick Nunnes Modell ist jünger, Baujahr 1980, und damit drei Jahre älter als sein Besitzer. Im Online-Auktionshaus Ebay hat Nunne das Fahrzeug 2007 gekauft und in Nürnberg geholt. Schon als Kind wusste er, dass er Golf-Fahrer werden will. „Mein Onkel ist Slaloms gefahren und hatte auch einen Golf“, erzählt Patrick Nunne. „Da wusste ich: So was will ich auch mal haben.“

Für ihn ist der Einser ein Kultobjekt aus einer Zeit, in der es darum ging, ob Golf oder Kadett cooler ist. Er hat ihn umgebaut und modifiziert. „Old School Customizing“ nennt sich diese Tuning-Art. Patrick Nunne hat den Wagen komplett veredelt und den 1,6-Liter-GTI-Motor gegen ein 1,8-Liter-Aggregat getauscht. Viele Teile hat er verchromen lassen oder neu gekauft. Der Golf wiegt nur 820 Kilogramm - ein echtes Leichtgewicht. Der Unterboden ist komplett erneuert, die Hinterachse lackiert, die Vorderachse verchromt. Die Armaturen und der Kofferraum sind mit Leder überzogen, die Kabel durchs Fahrzeug hat Nunne neu verlegt. Die 15-Zoll-Felgen stammen von einem Golf II.

Nachgerüstet wurden unter anderem auch der Alu-Käfig, der Edelstahl-Auspuff und der Feuerlöscher. Stoßstangen, Griffe und Spiegel sind Originalteile, sogar das Radio. Bei Tuningtreffen würde der 31-jährige Dodenauer damit hinten runterfallen, „aber hiermit will ich fahren“. Bisweilen zeigt er den Wagen aber bei Ausstellungen wie dem Schleppertreffen in Hatzfeld, doch das spiele eine untergeordnete Rolle: „Das mache ich für mich.“

Eben weil der Golf eigentlich ein ganz gewöhnliches Auto ist, wird Patrick Nunne oft angesprochen: „Viele kommen und erzählen, dass sie so einen mal hatten oder damit das Fahren gelernt haben.“

Vom Band gelaufen war der Golf einmal im beliebten Tornadorot. Irgendwann wurde er grün umlackiert, Patrick Nunne hat sich für das Braun eines Ford Taunus entschieden. Ideen hat er immer noch, „fertig ist man eigentlich nie“. So wartet der 16-V-Motor eines Golf II noch auf den Einbau: „Aber nicht mehr dieses Jahr.“

Möglichst viel macht er selbst. Der 31-Jährige arbeitet als Modellbauer im Eisenwerk Hasenclever und hat sich vieles selbst beigebracht. Der Golf ist aber nicht der einzige Traumwagen. „Ein amerikanischer Achtzylinder oder ein VW T1 wären schon noch was.“

Im Alltag fährt er übrigens einen eher gediegenen Skoda Octavia Kombi - der Golf verbringt die meiste Zeit in der schützenden Garage.

Kommentare