Stadtverbandsvorsitzender Rainer Cramer: Städtische Finanzen lassen Übernahme nicht zu

FDP lehnt Übernahme des Museums ab

+
Der Unternehmenspark Nord ist nicht nur ein Gewerbe-, sondern mit dem Dampfmascheinenmuseum auch ein bedeutender Kulturstandort für Frankenberg. 2005 präsentierte der Kulturhistoriker Dr. Thilo Warneke (rechts) ein Konzept, wie das Museum zu einem „Museum

Frankenberg - Nach Ansicht des Frankenberger FDP-Stadtverbandes kann die Stadt aufgrund ihrer kritischen Haushaltslage das Dampfmaschinenmuseum nicht übernehmen.

Die Fakten liegen noch gar nicht auf dem Tisch, erst nächsten Dienstag wollen die Kremer GmbH als Eigentümerin und die Vertreter der Stadt bei einem Ortstermin im Dampfmaschinenmuseum im Unternehmenspark Nord nahe Schreufa über einen möglichen Kauf (FZ berichtete bereits vergangene Woche) beraten. Die FDP, die einen Vertreter in die Fraktion der Liberalen entsendet, hat ihre Meinungsbildung jedoch schon jetzt abgeschlossen: Den geplanten Ankauf des Dampfmaschinenmuseums durch die Stadt sehe der FDP-Ortsverband kritisch, teilte der stellvertretende Vorsitzende Elias Knell gestern mit.

„Der bauliche Zustand des Museums ist sehr schlecht. Neben der Ankaufinvestition müsste auch einiges an Instandhaltung und Reparaturen gezahlt werden“, erklärt Stadtverbandsvorsitzender Rainer Cramer. Zwar würden die verschiedenen Unterstützer schon sehr gute Arbeit leisten, die hohes Lob verdiene, „aber es steht auch zu befürchten, dass zu den Investitionen noch Personalkosten auf die Stadt zukommen“. Erst müssten alle Kosten auf den Tisch, dann könne man weiterdenken. Am Ende bleibe es ein „interessantes und nettes Nischenprojekt“, bei der man sich kritisch fragen müsse, ob die Stadt dies finanzieren könne. „Wunschlisten und Wahlgeschenke wollen wir als Liberale jedenfalls nicht.“

„Als ehemaliges Mitglied der Theater-AG der Edertalschule, die dort viele Stücke aufgeführt hat, kann ich den Wert des Museums für Kunst und Kultur deutlich abschätzen und sogar ein Stück weit behaupten, dass mein Herz daran hängt. Aber bei der aktuellen Schuldenlage kann sich die Stadt weitere Investitionen nicht leisten“, erklärt Knell.

Es sei ein Vergehen an den folgenden Generationen, wenn heute unnötige Ausgaben getätigt würden. „Wir sehen weltweit, was bei horrenden Staatsschulden passiert. Dann kann man nicht vor Ort die Augen davor verschließen. So traurig es um das Museum ist, ein Ankauf durch die Stadt sollte nicht erfolgen.“

Auch zum Thonet-Quartier gibt Cramer eine Einschätzung ab: Es sei zu überlegen, „ob aus privater Initiative eine Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der geplanten Restrukturierung des Thonetmuseums erfolgen kann“. (rou/r)

Kommentare