Umstellung auf SEPA-Lastschriftverfahren kostete Mitglieder

Leichtathleten haben Erfolg, Mitgliederzahl sinkt aber rapide

Deutschlandweit bekannt: Die Werfergala der Leichtathletiksparte des TSV Frankenberg, im Bild eine Szene aus 2014. Foto: Kaliske

Frankenberg. Innerhalb von vier Jahren ist die Mitgliederzahl der Leichtathletikabteilung des TSV Frankenberg von 250 auf 152 gesunken.

Dem gegenüber stehen beachtliche sportliche Erfolge und ein reges Vereinsleben, aus dem insbesondere die deutschlandweit bekannte Werfergala herausragt.

Auch den Verantwortlichen im Verein ist der arge Kontrast aufgefallen. „Wir haben ein erstklassiges Trainerteam, eine gut organisierte Sparten- und Vereinsführung sowie talentierte und engagierte junge Sportler“, sagt Michael Kollmar, der kürzlich bei der Jahreshauptversammlung zum neuen Spartenleiter gewählt wurde.

Matthias-Leon Wilhelm wurde beispielsweise Deutscher Weitsprung-Vizemeister der Altersklasse U 18. Die Süddeutschen Hallenmeisterschaften gewann er in seiner Altersklasse sogar. Bei den Freiluftmeisterschaften des Süddeutschen Leichtathletik-Verbandes sprang er mit 7,37 Metern zum zweiten Meistertitel und sicherte sich damit auch den Nordhessischen Rekord und Platz 1 in der Deutschen Jahres-Bestenliste. Mittlerweile gehört er dem erweiterten Kreis der Jugend-Nationalmannschaft an. Weitere Nachwuchsathleten etablierten sich auf Landesebene.

„Was uns zuletzt viele Mitglieder gekostet hat, war die Umstellung auf das SEPA-Lastschriftverfahren beim Einzug der Mitgliederbeiträge“, erklärt Michael Kollmar. Viele passive Mitglieder seien durch die Informationsschreiben des Vereins erst wieder an ihre Zugehörigkeit zum TSV erinnert worden. „Da dachten sich viele, dass sie das eigentlich nicht mehr wollen und sind ausgetreten“, sagt Kollmar.

Dadurch sei 2014 ein drastischer Einbruch zu verzeichnen gewesen. „Früher herrschte da eine ganz andere Mentalität. Man ist Vereinen ewig treu geblieben, auch wenn man ausschließlich passives Mitglied war“, sagt der Abteilungsleiter.

Darüber hinaus habe die Umstellung auf das G8-Abitur dafür gesorgt, dass weniger Mitglieder gewonnen werden konnten. „Die Kinder, die ihr Abitur nach diesem Modell absolvieren - beispielsweise an der Edertalschule, mit der wir kooperieren - haben schlichtweg keine Zeit für Sport“, sagt Michael Kollmar. Da am Frankenberger Gymnasium nun parallel auch wieder das G9-Abitur möglich sei, habe sich der Faktor etwas relativiert.

„Das ist schon kurios. In der Altersstruktur meiner Trainingsgruppe sehe ich ganz klar, dass mir vier Jahrgänge fast komplett fehlen“, so Kollmar. „Ich glaube aber, dass sich das jetzt wieder stabilisiert.“ An Engagement seitens des TSV Frankenberg fehle es jedenfalls nicht. „Wir machen Sichtungslehrgänge, werben Mitglieder über die Schulen und wollen künftig auch mit deren AGs zusammenarbeiten“, betont der Spartenleiter.

Quelle: HNA

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