300 Schüler bereiten sich auf Klausuren vor

Mit Lernpausen in die Abiprüfungen

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Frankenberg - Jeder Abiturient muss sich zum Ende der Schulzeit den Prüfungen stellen - die machen viele Prüflinge schon Wochen vorher nervös. Noch knapp zwei Monate haben die 300 Schüler der Edertalschule Zeit für die Vorbereitungen, dann starten die schriftlichen Abschlusstests. Mit Fleiß und den richtigen Lernmethoden klappt das Wiederholen des Abiwissens bis dahin.

Bei den meisten Schülern der Oberstufe dreht sich derzeit fast alles rund um die Abiturprüfungen. In Frankenberg stehen im März rund 300 Schüler vor den schriftlichen Prüfungen an der Edertalschule. Dieses Jahr treffen G8 und G9 zusammen auf die Abschlussklausuren und machen es für die Leitung des Frankenberger Gymnasium zu einer großen Aufgabe, Prüfungen und Prüflinge zu koordinieren.

Während Lehrer und Schulleitungen mit der Organisation beschäftigt sind, zählt für die Schüler der Abschlussklassen der Oberstufe in den nächsten Wochen nur eins: möglichst viel Lernen vor der großen Prüfung. Jeder Schüler hat seine eigenen Methoden zum Lernen entwickelt, aber es gibt auch ein paar kleine Tipps, die vielen das Lernen erleichtern – nicht nur den 300 Frankenberger Abiturienten, sondern den rund 60000 Schülern, die in ganz Hessen zum Zentralabiturantreten.

Neben Zellteilung und Texterörterung stehen auf dem Lernplan auch mathematische Formeln oder englische Vokabeln. Eine Menge Wissen aus verschiedenen Fachbereichen haben die Schüler sich in den vergangenen Jahren angeeignet und müssen während der Prüfungen Fragen zu Goethes Faust und schon zwei Tage später vielleicht zu physikalischen Gesetzen beantworten. Aber wie können die Schüler sich das facettenreiche Wissen einprägen?

Auf die richtige Vorbereitung kommt es an, doch welche Methoden sind dabei am sinnvollsten?

Karteikarten, regelmäßige Wiederholungen und ein festes Lernziel helfen beim Einprägen.

Die Frankenbergerin Jessica Heß (18) berichtet: „Ich habe in den Herbstferien schon angefangen. Je früher, desto besser.“ Sie hat Thema für Thema vorbereitet und möglichst viele Quellen genutzt. Neben der Bücherei hat sie über das Internet und Schulbücher gelernt. „Ich schreibe immer ganz klassisch das Wichtigste raus und lerne das dann auswendig. Es kommt auch immer auf die Leistungskurse drauf an. Aber auch jetzt sollte jeder Schüler sich einen Terminplaner anschaffen und genau aufschreiben wann was gelernt werden muss und wann nicht.“ Wichtig sind nämlich auch Pausen zwischen dem Lernen.

Nicht nur Pausen nach Plan sollten eingehalten werden: Wenn der Körper Warnsignale aussendet – wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder auch Verspannungen – dann ist eine Auszeit angesagt. „Die Pausen sind individuell gestaltbar, sollten aber nicht zu lang sein. Die Prüflinge sollten sich mit dem Zeitplan jeden Tages etwas vornehmen, was zu schaffen ist“, rät die 18-jährige Schreufaerin Kathrin Obermann. Ist das Tagesziel erreicht, sind nach ihrer Meinung kleine Belohnungen wichtig – etwa Freunde treffen oder ins Fußballtraining gehen, einfach mal Abschalten vom Lernstreß. „Das stärkt die Motivation für das weitere Lernen“, sagt die Schreufaerin.

Wer Abiturienten aus dem vergangenen Jahr kennt, kann sich bei ihnen Tipps holen oder gemeinsam mit ihnen Lernen. Sie haben die Prüfungen hinter sich und wissen sicher einiges zu berichten oder können gezielte Fragen beantworten. „Ich habe eine Lerngruppe für die Problemfächer wie zum Beispiel Mathe gegründet. Das gemeinsame lernen funktioniert sehr gut“, sagt Maren Träxler aus Frankenberg. „Wir treffen uns regelmäßig und besprechen die Themen.“ Dann wird zusammen gelernt.

Lernen funktioniert nicht den ganzen Tag über. Zu manchen Tageszeiten nimmt die Aufnahmefähigkeit ab. Am Morgen klappt das Lernen bei den meisten Menschen am besten – das muss aber nicht bei jedem so sein. „Ich schlafe morgens erst mal aus, gehe duschen und frühstücke, um fit für den Tag zu sein. Dann lerne ich von Mittags bis Nachmittags“, sagt Jessica Heß. „Um 18 Uhr höre ich auf und nehme mir wieder Zeit für mich.“ Sie lernt aber nicht ununterbrochen bis in den Abend, sondern gönnt sich und ihrem Gedächtnis zwischendurch immer wieder kleine Pausen. Dann trifft sie Freunde oder geht mit dem Hund spazieren.

Kathrin Obermann hingegen lernt am liebsten abends, wenn andere schon nicht mehr aufnahmefähig sind: „Ich persönlich kann am besten abends lernen, weshalb ich jetzt in den Ferien auch meistens am Spätnachmittag beginne und dann erst gegen Mitternacht fertig bin mit meinem täglichen Lernziel.“ Bei ihr ist auch Ordnung wichtig für das tägliche Lernen: „Ich habe in den Winterferien angefangen und für die Prüffächer Ordner angelegt, in denen alles schematisch nach Themen aufgelistet und das Wichtigste nochmal aufgeschrieben ist.“ So spart sie Zeit und muss ihre Notizen aus den vergangenen Jahren nicht immer wieder durchblättern und bestimmte Infos suchen.

von Sarah Runzheimer

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