Literarisches Frühstück im Alten Bahnhof

Lesung mit Seele und Spannung

Krimi und Kinderbuch: Spannung pur einerseits und Kindergeschichten andererseits – das gab es wieder einmal beim literarischen Frühstück im Alten Bahnhof von Gemünden. Hier Klaus Obermann und Christa Erle vom Verein Gleis 3. Foto: Ochs

Gemünden. „Als Alexander Bach eine Kanzlei beauftragt, seinen Lebenspartner zu finden, wird offenkundig, dass ein Mann namens Rolf Winter nie existiert hat!“ Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Hinter hochglanzpolierten Fassaden ereignen sich Inzest, Affären und Mord, schlummern Habgier, Sadismus und Hass.

Vielversprechender kann ein Kriminalroman nicht sein. So war es dann auch im Alten Bahnhof Gemündens mucksmäuschenstill, als die Lesung begann. Literaturbegeisterte Frauen und Männer waren zum literarischen Frühstück dorthin gekommen.

Der Kulturverein Gleis 3 hatte dazu eingeladen. Zum 100jährigen Bestehen des Alten Bahnhofs war dies eine der Veranstaltungen aus dem Jahresprogramm. „Hohes Gras“ - einer der beiden Krimis von Marbel Becker - wurde in Teilen eindrucksvoll von Klaus Obermann vorgelesen. Eine Nadel hätte zu Boden fallen können und alle Gäste wären aufgeschreckt – Spannung pur.

Marbel Becker, Autorin dieses und eines weiteren Krimis, hat ihre Wurzeln in Gemünden. Ihr wirklicher Name ist Bärbel Kirchner, geborene Becker. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Eschborn und kommt in ihre Kindheitstage zurück, indem sie ihre Geschichten einmal in Kassel und ein anderes Mal in Gemünden spielen lässt.

Marbel Becker hat als Schriftstellerin auch an den Nachwuchs gedacht, denn zwei Kinderbücher für fünf-bis sieben-jährige Jungen und Mädchen sind ebenso wie die Krimis ihrer Fantasie und schriftstellerischen Fähigkeiten zu verdanken.

Autorin war verhindert

Christa Erle und Klaus Obermann von Gleis 3 freuten sich besonders über das Interesse der Gäste, die den Saal des Restaurants füllten und das gemeinsame Frühstück genossen, bevor die beiden Leseratten die Zuhörer mit auf die Reise in die Welt der Kinder einerseits und die der Spannung andererseits entführte. Kinderbücher seien Bilder der Seele des Menschen, erzählte Christa Erle. Deshalb war es umso trauriger, dass die Autorin selbst an diesem Morgen nicht anwesend sein konnte. Private Gründe hatten sie daran gehindert.

Dennoch gingen alle Besucher gut gestärkt und einige sogar mit einem Buch unter dem Arm und vielen Bildern im Kopf nach Hause. (zoh)

Quelle: HNA

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