Frankenberg

Der letzte Tanz mit den Tutoren

+

- Frankenberg (mba). Große Ballnacht in der Ederberglandhalle: Die Abiturienten feierten mit Eltern, Lehrern und Freunden ihren erfolgreichen Schulabschluss mit einem rauschenden Fest.

Eigentlich hätte man den jungen Damen einen roten Teppich vor dem Eingang ausrollen müssen, so hinreißend sahen sie in ihren schicken Ballkleidern aus. Die feine Garderobe der Abiturientinnen für die Ballnacht wird alles in allem ein kleines Vermögen gekostet haben und es ist zu hoffen, dass der schöne Stoff nicht nur zu diesem einen Anlass getragen wird. Besonders die Väter führten ihre Töchter voller Stolz über das Tanzparkett. Die jungen Herren waren beim Tanzen etwas zurückhaltender, jedenfalls vor Mitternacht beim offiziellen Teil des Abi-Balls. Hopfen und Malz verloren Den begannen die nun ehemaligen Edertalschüler mit einem Sektempfang. Die Eröffnung des Programms machten die Tutoren der Abiturienten mit einem komischen Beitrag: Sie bereiteten als Köche gekleidet ihren Ex-Schülern eine „warme Mahlzeit“ aus allerlei Anekdoten aus dem Unterricht und von den Klassenfahrten, gewürzt mit Prisen von Lehrstoff und garniert mit einigen Schulweisheiten. Auch wo der Ausdruck „bei den Schülern ist Hopfen und Malz verloren“ ursprünglich herkommt, erfuhr das Publikum. Schulsprecher Muneeb Ahmad und Patrycja Kaczmarek gaben in ihrer launigen Festrede ihren Mitschülern einen Rückblick auf die Oberstufenzeit und den Lehrern interessante Einblicke in Motivationen, Einstellungen und „Unterrichts-Taktiken“ ihrer Schüler – die dem einen oder anderen Lehrer auch nicht unbekannt gewesen sein mochten. Mit Ernüchterung hätten viele von ihnen feststellen müssen, erklärten die beiden Redner, dass man niemals alles wissen könne – es sei denn man heißt Lars Jerrentrup (Jahrgangsbester mit der Durchschnittsnote 1,0). „Auf der anderen Seite lernten wir mit dieser Erkenntnis umzugehen und entwickelten so unsere ganz eigenen Methoden, um die Hürden der Schulzeit zu meistern“, fuhr Patrycja Kaczmarek fort. „Zum Beispiel wären da ein paar grundlegenden Schülerweisheiten wie ‚Abschreiben verhilft zum Erfolg‘ oder ‚inhaltloses Labern ist offiziell erwünscht‘.“ „Wer hat wo Unterricht?“ Besonders das Kurssystem habe die Schüler anfangs vor Anpassungsschwierigkeiten gestellt: „Nach dem Motto ‚Wer hat wo mit wem und überhaupt bei wem Unterricht?‘ sammelten die Ersten ihre anfänglich ungewollten Fehlstunden – mit der Zeit häuften diese sich auch ohne konkrete Gründe an.“ Doch hätten die angehenden Abiturienten das Problem des enormen Arbeitsaufwands zu meistern gelernt: „Schnell wurden Prioritäten gesetzt. Nicht nur die nicht so wichtigen Stunden wurden vor den großen Klausuren konsequent gemieden, auch wurde nach einem hochkompliziert erstellten Fachranking bestimmt, welche Klausur eigentlich lernenswert war.“ Ein unvergesslicher Höhepunkt der Oberstufenzeit sei für alle aber die Kursfahrt gewesen, berichtete Muneeb Ahmad. „Das Motto: Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien und Hauptsache kein Unterricht.“ Nach dem Essen, den obligatorischen Reden, Danksagungen und Geschenken stand dann auf dem Programm, was einen Ball auszeichnet: Es wurde getanzt bis in die frühen Morgenstunden. Kurz vor Mitternacht sangen die ehemaligen Edertalschüler noch ihr Abi-Lied mit dem deutsch-englischen Refrain: „Unser Leben liegt vor uns, wir ergreifen nun die Chance and we will survive.“

Kommentare