Frankenberger Tor ist offen

"Leuchtturm und Frequenzbringer für Frankenberg" - Video

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Frankenberg - Vergessen sind die Querelen um das Einkaufszentrum Frankenberger Tor. Während der Eröffnung für geladene Gäste betonten die Beteiligten, dass das Einkaufszentrum ein Impuls sei für das Frankenberger Land - und verknüpften die Hoffnung, dass es Gäste auch in die Innenstadt zieht.

Da spitzten einige Gäste die Ohren, als Theo Bruns, Mitglied der Geschäftsleitung des Investors Ten Brinke, diesen einen Satz sagte: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ähnlich dimensionierte Flächen im Schnitt etwa 40 bis 45 Millionen Umsatz für ihre Mieter erzeugen“ – pro Jahr. Und nicht nur das: Das Frankenberger Tor schaffe unmittelbar 150 neue Arbeitsplätze, zeigte er sich glücklich. Das Zentrum – in den Maßstäben des 112 Jahre alten niederländischen Unternehmens keines der ganz großen Kategorie – erfülle ihn mit Stolz. Es sei von den besten Männern der Unternehmensgruppe geplant und umgesetzt worden. Er hob neben vielen anderen etwa Projektleiter Jens Greguhn, aber auch Bauleiter Arno Jansen hervor.

„Das Frankenberger Tor ist ein Leuchtturm und Frequenzbringer für Frankenberg und die Region.“ Dass es gelungen sei, H&M schließlich für den Standort zu gewinnen, sei sicherlich das „i-Tüpfelchen“, führte Bruns aus. Doch sei der Mietermix auch darüber hinaus ausgewogen und ein Zugewinn für Frankenberg. Insgesamt bietet das Zentrum etwa 11500 Quadratmeter Miet- und knapp 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Etagen. Hinzu kommen 280 kostenfreie Parkplätze im Obergeschoss des Frankenberger Tores.

Jeder hat beigetragen

Als „Meilenstein“ bezeichnete Florian Kramm, Geschäftsführer von Rheika-Delta und damit von Herkules, die Eröffnung des Einkaufszentrums, in dem sein Unternehmen der größte Mieter ist. Es sei ein persönlicher Meilenstein, da dies die erste Eröffnung eines Herkules-Marktes unter seiner Ägide sei. Es sei aber auch ein Meilenstein für das Unternehmen, das nach gut 41 Jahren an einem Standort einen großen Schritt vollziehe und sich in neuem, moderneren Licht präsentieren könne. „Ich danke Ihnen allen. Denn jeder, der hier ist, hat dazu beigetragen, das hier heute zu realisieren“, wandte er sich an die Unternehmer, Mieter, Angestellten, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Mitglieder der politischen Gremien aus Stadt und Landkreis. Es gebe zwischen Herkules und Frankenberg ein gemeinsames Erfolgsgeheimnis, sagte er mit Blick auf den Werbeslogen der Edeka: „Wir lieben Lebensmittel – und die Frankenberger tun dies auch.“

In dem Center habe sein Unternehmen die Chance, sich zeitgemäß aufzustellen, „gerne auch für die nächsten 41 Jahre“, blickte er auf die Geschichte von Herkules, ehemals Delta. Klar drückte er ein Ziel aus: Er möchte, dass der Frankenberger Herkules auch offiziell zu einem der besten Edeka-Center in ganz Deutschland werde. Dafür strenge sich das Team rund um den langjährigen Filialleiter Werner Schaumburg an. „Die Frankenberger sollen gerne hier einkaufen und – so offen will ich sein – sie sollen hier auch häufig einkaufen“, sagte Kramm. Als Zeichen der Anerkennung und des Dankes gegenüber der Stadt hatte der Rheika-Delta-Geschäftsführer ein Geschenk mitgebracht: Er überreichte Bürgermeister Rüdiger Heß einen Scheck in Höhe von 5000 Euro.

„Die Sonne scheint“

Sichtlich verdutzt, aber auch dankbar nahm dieser die Spende an: „Wir werden das Geld für Familien in Frankenberg einsetzen“, versprach er ganz im Sinne der Familienstadt mit Zukunft. In dieser Stadt sei derzeit einiges in Bewegung, sagte Heß. „Und heute scheint die Sonne über Frankenberg, gleich ob sie scheint oder nicht“, sagte er metaphorisch, während es draußen leicht nieselte. Das Frankenberger Tor sei nicht nur ein Tor, sondern auch eine Brücke – eine Brücke für alle Frankenberger Einzelhändler. Es gelte, einen Vorteil für die gesamte Stadt aus dem Einkaufszentrum zu ziehen. Für das Engagement des niederländischen Investors zeigte sich der ehemalige Gegner des Einkaufszentrums dankbar: „Hier wurden mehr als 20 Millionen Euro investiert. Und 20 Millionen Euro tun einer Stadt gut“, sagte er.

Gleiches gelte sicher auch für die Steuereinnahmen aus den von Bruns angesprochenen Umsätzen. „Wir haben in Frankenberg viele kleine Saaten gesät, und die Ernte beginnt“, sagte Heß. Weitere „Ernten“ würden in naher Zukunft folgen, sagte er mit Blick auf den Wasserpark am Illerplatz, die Sanierung der Fußgängerzone, den Umbau des Bahnhofs mitsamt Umfeld in unmittelbarer Nähe zum Frankenberger Tor. Derartige Impulse brauche die Stadt. Es dürfe aber nicht bei Impulsen bleiben, sondern bedürfe einer Koordination, etwa durch ein City-Management, sagte Heß. Dafür verpflichtete er auch Ten Brinke: Heß schlug etwa ein einheitliches Werbekonzept für das Einkaufszentrum und die Innenstadt vor. Zudem sei es geboten, über eine Angleichung der Öffnungszeiten in der gesamten Stadt nachzudenken.

Bevor die vielen Gäste unruhig wurden, beendeten die Gastgeber ihre Ansprachen. Denn viele Gäste hatten es vor allem auf eines abgesehen: das Frankenberger Tor in Ruhe zu besichtigen. So schlenderten sie durch alle Bereiche des neuen Einkaufszentrums, bekamen Ladenkonzepte und Angebots-Aktionen für die Kunden vorgestellt. Ein Bereich aber bleib vorerst verschlossen: H&M. Die Schweden öffnen am 26. März. (gl)

Fünf Sonderseiten zum Frankenberger Tor finden Sie in der Frankenberger Zeitung vom Samstag, 28. Februar 2015.

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