Fünf Chöre von Karl-Heinz Wenzel faszinierten bei Benefizkonzert für Ostafrika

Lieder einer schönen Nacht

Gemischter Chor Dynamis: Chorleiter Karl-Heinz Wenzel führte ihn sicher durch mehrere Stilrichtungen. Fotos: Völker

Frankenberg. Christlicher Lobgesang in Psalmen, Spirituals und Chorälen, aber auch Nachtzauber, Filmbilder und zeitgenössische Volksliedbearbeitungen - der thematische Bogen spannte sich weit zwischen Himmel und Erde, als sich am Mittwochabend in der Liebfrauenkirche fünf von Karl-Heinz Wenzel geleitete Chöre der Region mit 130 Mitwirkenden beim Benefizkonzert begegneten. Sie faszinierten ihr Publikum mit expressiver Musizierfreude, intensiver chorischer Ausbildung und einem anspruchsvollen Ausdrucksspektrum zwischen Romantik und Moderne.

Hunger- und Dürreregion

Bis zu 60 Kilometer müssen in diesen Tagen die Menschen in der Hunger- und Dürreregion von Ostafrika laufen, um die nächste Wasserstelle zu erreichen, berichtete zu Beginn des Konzertes Karl-Heinz Wenzel. Ihnen soll durch ein Brunnen-Projekt von Misereor in Marsabit/Kenia geholfen werden, wozu die fünf Ensembles mit dem Erlös des Benefizabends ihren Beitrag leisten wollten.

Die Chöre erwiesen sich dabei durch Bundeschorleiter Wenzel gut vorbereitet, schon eingestimmt auf die bevorstehenden Chorwettbewerbe, ohne dabei aber Anspannung oder spektakulären Leistungsdruck spürbar werden zu lassen: Mit zwei geistlichen Stücken eröffnete der Frauenchor „Harmonie“ das Konzert, fein ausgewogen in den Stimmen, voll romantischer Farbgebung bei „Schöne Nacht“ (C. Busse) oder poetischer Wehmut beim Lied von der Loreley.

Eine moderne, ansprechende Form des „Vater unser“ bot die Chorgemeinschaft Reddighausen, erreichte verblüffende Effekte mit Textpassagen vor gesummtem Hintergrund und ließ „Memory“ aus dem Musical „Cats“ klangschön aufblitzen.

Mit gewohnt hohem Anspruch als Meisterchor präsentierte sich der Frauenchor „Cantabile“, romantisch beseelt beim „Nachtzauber“ des Brahms-Schülers Jenner, freudesprühend beim „Zottelbär“. Exzellent gelang den Sängerinnen „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, anrührend das Hawaiianische „Segenslied für Mutter Erde“ mit Kornelia Linne (Sopran) in der Solorolle.

Breit angelegt war auch das Ausdrucksspektrum des gemischten Chors „Dynamis“ zwischen Bachs bewegtem „Lobe den Herren“, einem einfühlsamen schwedischen Volkslied in perfektem Originaltext und dem starken Elton-John-Song „Can You Feel the Love Tonight“.

Glanzpunkt des Abends

Zum Glanzpunkt des Abends wurde dann aber der reine, stimmlich so ausgeprägte Männerchorklang des Meisterchors MGV Birkenbringhausen mit bekannten Stücken wie Lorenz Maierhofers „Alta beata trinita“ oder „Lotusblume“ von Schumann, dann musikantisch ausgelassen mit „Blauer Mond“ von Wilhelm Heinrichs, „an der Nase ein Tröpfchen Gin“. Chorleiter Wenzel führte im Finale Männer- und Frauenchöre noch einmal zusammen und ließ die gemeinsame, durch seine formende Hand geprägte Freude am Chorgesang sichtbar werden.

Dafür gab es vom Publikum in der Liebfrauenkirche herzlichen, lang anhaltenden Applaus, aber auch einen stolzen Spendenerlös: 1946 Euro für die Misereor-Ostafrika-Hilfe.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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