Frankenauerin fertigte in 1500 Arbeitsstunden eine Decke für ihren Enkel

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Handarbeit: Lina Pilger stickte eine Altardecke und leistete dabei ehrenamtlich rund 1500 Arbeitsstunden. Ihr 14-jähriger Enkel Benedikt Pilger wird am Sonntag nach Ostern konfirmiert. Dann soll die Decke auch wieder den Altar zieren.

Frankenau. Lina Pilger rückt die etwa 2,70 Meter lange Decke zurecht. Sie zieht sie noch ein bisschen nach links. Nun sitzt sie perfekt auf dem Altar. Die 73-Jährige aus Frankenau blickt hinüber zu Pfarrer Dr. Harald Wahl, und der ist ganz verzückt.

"Sieht wunderschön aus", sagt er anerkennend. Rund dreieinhalb Jahre hat Pilger an einer Altardecke gearbeitet, die sie nun der Kirchengemeinde schenkte.

Sie setzte dabei auf traditionelle Stickerei-Techniken aus dem hessischen Hinterland und der Schwalm, die sie einst von einer ehemaligen Oberstudienrätin aus Biedenkopf gelernt hatte. "Ich habe mich danach über die VHS und den Landfrauenverband Hessen in Sachen Stickerei weitergebildet", berichtet Pilger.

1500 Arbeitsstunden sind im Zuge der Anfertigung der Altardecke zusammengekommen. Meistens saß die Frankenauerin, die auch schon mal eine Taufdecke für die Kirche angefertigt hat, zwei bis drei Stunden am Nachmittag oder am Abend an der Decke, die mit Kreuzen und Kelchen verziert ist. "Das Sticken beruhigt mich und ich genieße es immer sehr", sagt sie.

Die Frankenauerin wollte auch unbedingt rechtzeitig vor Ostern dieses Jahres fertig werden, und das gelang ihr: "Mein Enkel Benedikt wird nämlich am Sonntag nach Ostern konfirmiert", sagt Pilger. Für ihn habe sie die Decke gestickt.

Beim Blick auf die weiße Altardecke fällt schnell auf, wie viel Mühe sich die 73-Jährige gegeben hat. Alle Stickmuster sind sorgfältig eingearbeitet, der komplette Rand des aus Flachsfaser bestehenden Stoffes ist bestickt. Die Fäden sind feinsäuberlich gezogen, dabei benutzte Lina Pilger hin und wieder eine Lupenbrille. Die Spitzen der Decke sind zudem in den Stoff eingearbeitet.

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Quelle: HNA

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