Frankenberger Ziegenfreunde feiern 30-jähriges Bestehen bei Norbert Homrighausen in Neuludwigsdorf

Loblied auf die „Kuh des kleinen Mannes“

Bromskirchen / Frankenberg. - Auf das 30-jährige Vereinsbestehen blickten gestern die Frankenberger Ziegenfreunde zurück. 24 Mitglieder aus ganz Nordhessen, von Korbach bis Bad Laasphe, gehören dem Verein an, der 1982 vom heutigen Vorsitzenden Josef Karnik und zwölf weiteren Ziegenfreunden gegründet worden war.

Er gehört wie weitere vier hessische Vereine dem hessischen Ziegenzuchtverband an. Neben Karnik sind auch Günter Finger und Helmut Pez aus Frankenberg und Meinolf Kronauge aus Hallenberg sei drei Jahrzehnten Mitglied. Aktive Ziegenzucht betreiben nur noch 13 Männer und Frauen der Frankenberger Ziegenfreunde. Während früher nur Weiße und Bunte Deutsche Edelziegen zur Milch- und Fleischerzeugung gehalten wurden, gewinnen heute andere Rassen zunehmend an Bedeutung. Burenziegen kamen in den 1980er Jahren aus Südafrika nach Deutschland. Der heutige Vizevorsitzende Norbert Homrighausen aus Neuludwigsdorf gehörte zu den ersten Züchtern dieser Rasse, er hält die Fleischziegen bis heute. Seine Tochter Rica hat sich den Zwergziegen verschrieben und ist mit ihren Tieren auch bei vielen Ausstellungen und Schauern erfolgreich. Dort bilden regelmäßig auch Walliser Schwarzhalsziegen mit ihrem langen Fell und riesigen Hörnern sowie Pfauenziegen ein Blickfang. Zwei Vereinsmitglieder züchten die vom Aussterben bedrohte alpine Ziegenrasse. Ziegen werden heute vielerorts auch zur Landschaftspflege gehalten, um die Verbuschung von Trockenrasen- und Heideflächen zu minimieren. Vorsitzender Josef Karnik verwies bei seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte auch auf die frühere Bedeutung der Ziegenzucht im Frankenberger Land. Besonders stolz ist er auf ein altes Zuchtbuch aus den 1930er Jahren mit damals schon stolzen Milchleistungen der Tiere. Heute wird Ziegenmilch gern bei Allergien und anderen Beschwerden eingesetzt. Die Frankenberger Ziegenfreunde richteten 1982 die erste Nordhessenschau aus. Es folgten 24 weitere Schauen in Frankenberg, Röddenau und Haubern. Höhepunkte waren die Landesziegenschau 1992 und die Bundesziegenschau 1999 auf der Frankenberger Wehrweide. Vorreiter bei Schauen Der Geschäftsführer des hessischen Ziegenzuchtverbandes, Oliver Schmidt, bezeichnete die Frankenberger Ziegenfreunde als Vorreiter in Sachen Vergleichsschauen. Er bemängelte das inzwischen immer geringere Interesse an Schauen. Für die Landesziegenschau am 5. August in Eichenzell lägen nur 60 Meldungen vor. Zu den Gästen des Festes am Sonntag gehörten auch der Vizevorsitzende des hessischen Ziegenzuchtverbandes, Hans-Willi Bornscheuer aus Gemünden, und der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhard Kahl, der seit vielen Jahren Mitglied der Frankenberger Ziegenfreunde ist.

Kommentare