Bekannt wegen aufgeprägtem Männergesicht

Löhlbacher Glocke tut seit 1472 ihren Dienst

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Bärtiger Männerkopf: Fünf solcher Köpfe schmücken die 1472 gegossene älteste Glocke der Löhlbacher Kirche.

Löhlbach. Sie ist seit 1472 im Einsatz und tut immer noch ihren Dienst: Löhlbachs älteste Glocke ist täglich im Vierergeläut – zusammen mit drei jüngeren Glocken aus den 1950er-Jahren – zu hören.

Ihr Schmuck besteht aus fünf gleichförmigen bärtigen Männerköpfen, die in einem umlaufenden Spruchband angeordnet sind. Dort steht geschrieben: „Anno d(omi)ni m cccc lxxii“: im Jahr des Herrn 1472).

Schmuckbilder sind seit Jahrhunderten neben Schriftzug und Jahreszahl eine beliebte Zierde für Kirchenglocken. So ist in Haina die bekannte Dreihasenglocke aus dem Jahr 1224 erhalten. Auf ihr sind drei Hasen abgebildet, die so angeordnet sind, dass insgesamt nur drei Ohren zu sehen sind, aber dennoch jeder Hase seine beiden Ohren besitzt.

Vor gut zehn Jahren wurde Jörg Poettgen vom Rheinischen Institut für Glockenkunde anhand eines Fotos zu den Männerköpfen auf der Löhlbacher Glocke befragt, um die bis dahin unbeschriebene Bedeutung zu klären. Der Fachmann urteilte: „Bei den Männerköpfen handelt es sich um Trennzeichen, die der Glockengießer zur Abtrennung der einzelnen Worte des Spruchbands einfügte. Diese Reliefs wie auch die Buchstaben wurden aus Modeln gearbeitet, so dass jedes Exemplar gleich aussieht. Es handelt sich somit auf keinen Fall um eine bestimmte Persönlichkeit.“

Von Gerd Faust

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Quelle: HNA

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