Löhlbacher Eltern dürfen Kinder in Frankenau einschulen

Löhlbacher Schule wird im Sommer geschlossen

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Löhlbacher Grundschule: Ab Sommer schließt sich das Tor für immer für die Schüler. Bürgermeister Rudolf Backhaus kritisiert die Entscheidung.

Löhlbach. Zwölf Löhlbacher Kinder dürfen im August in Frankenau eingeschult werden. Das Staatliche Schulamt genehmigte die Gestattungsanträge der Eltern, teilte am Donnerstagnachmittag Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus mit.

Er bekundete seinen Unmut über die Entscheidung. Denn damit ist sicher, dass die Löhlbacher Grundschule zum Ende dieses Schuljahres geschlossen wird. Das bestätigte auf HNA-Anfrage auch Friedhelm Pfuhl vom Landkreis Waldeck-Frankenberg, der als Schulträger für die Schulgebäude zuständig ist. Wo das verbleibende 13. Kind und wo die Löhlbacher Schüler der künftigen Klasse 2 bis 4 unterrichtet werden – ob ebenfalls in Frankenau oder in Haina-Kloster – das werde in Kürze geklärt.

„Wir sind dabei, die Schülerzahlen zusammenzustellen und werden bald entscheiden“, sagte Pfuhl auf HNA-Anfrage. Die Schule Frankenau habe genügend Platz, um alle Löhlbacher Grundschüler aufzunehmen. Die Schule Haina, wo vier Jahrgänge in drei Klassen unterrichtet werden, verfüge über vier Klassenräume. Es müsse geschaut werden, ob vier Klassen reichen, um im August alle Schüler der Großgemeinde (außer den zwölf aus Lölhbach) aufzunehmen. Eventuell müssten dann die Grundschüler aus den Ortsteilen Battenhausen, Dodenhausen, Hüttenrode und Haddenberg weiter in Gemünden zur Schule gehen und könnten nicht nach Haina wechseln.

Die diskutierte Zwischenlösung, das 1. und 2. Schuljahr in Löhlbach und das 3. und 4. Schuljahr in Haina zu konzentrieren und so den kritisierten jahrgangsübergreifenden Unterricht abzuschaffen, lehne der Landkreis ab. „Dann müssten wir Unterhaltungskosten für zwei große Gebäude zahlen. Geld, das für den Unterricht fehlt“, sagte Pfuhl. Er bekräftigte aber die Zusage des Landkreises, dass in jeder Gemeinde eine Grundschule erhalten bleibt. Wie berichtet, befürchten Gemeindevorstand und Hainaer Parlament, dass auch die Schule in Haina dicht gemacht wird. Um dort alle Grundschüler der Großgemeinde konzentrieren zu können, ist laut Bürgermeister Rudolf Backhaus ein Anbau nötig, weil aufgrund der Kinderzahlen mindestens fünf, in machen Jahren wohl auch sechs Klassenräume nötig seien.

Pfuhl dazu: Es bestehe beim Landkreis kein Verbot, über diesen Anbau nachzudenken. Die nächsten zwei Jahre könne er aber nicht realisiert werden. Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus ist „richtig zornig“, wie er sagte. Er ist zornig auf das Staatliche Schulamt und den Landkreis. Das Schulamt habe ihn vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne seiner Bitte zu entsprechen, das Votum der Hainaer Kommunalpolitiker abzuwarten. Auch wenn nicht die Gemeinde die Entscheidung über Schulangelegenheiten zu treffen habe, so sei das Vorgehen des Schulamts doch „schlechter Stil“, sagte der Bürgermeister. „Statt die Anträge der Löhlbacher Eltern zu genehmigen, hätte das Amt dafür sorgen sollen, die Qualität des Unterrichts der Schule in Löhlbach zu verbessern.“ Die vorgeschlagene Übergangslösung, zwei Schuljahre in Löhlbach und zwei in Haina zu konzentrieren, hätte Zeit gelassen, die Schule Haina so auszubauen, dass sie Platz für alle Schüler der Großgemeinde biete, sagt Backhaus. „Dann wäre eine so granatenhafte Entscheidung, die Schule in drei Monaten dicht zu machen, nicht nötig gewesen.“

Zudem sei eine Ausnahmeregelung, wie die für die Löhlbacher Eltern, seiner Meinung nach gar nicht statthaft. Sauer ist der Hainaer Bürgermeister auch auf den Landkreis und Landrat Dr. Reinhard Kubat. Die Verantwortlichen gingen den „einfachsten Weg“ und füllten mit Löhlbacher Schülern die Frankenauer Grundschule. „Da steckt ein klares System dahinter“, so sein Vorwurf. (mab) Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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