Trotz aktueller Fotografie-Begeisterung

Lokale Fotohändler leiden unter Preisdruck durch das Internet

Blick in die Vergangenheit: Fotograf Jens Dietrich schaut durch einen Lichtschachtsucher, wie er heute nur noch selten gebraucht wird. Die Digital-Fotografie beraubte lokalen Foto-Händler ihrer Hauptgeschäftsfelder – etwa dem Verkauf von Fotofilmen. Foto: Schumann

Waldeck-Frankenberg. Obwohl mehr Geld als je zuvor für Kameras und Fotografie ausgegeben wird, kommt dieser Aufwind nicht bei lokalen Fotohändlern im Landkreis Waldeck-Frankenberg an. Das geht aus Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Aussagen von Branchenvertretern hervor.

Laut IHK gibt es im Kreis noch elf Unternehmen, die sich auf Fotografie spezialisiert haben, jedoch habe es seit 2004 zehn Betriebsaufgaben gegeben. Neugründungen hätten keine Chance, sich auf dem Markt zu etablieren, alle existierenden Geschäfte seien wenigstens zehn Jahre alt.

Demgegenüber steht die aktuelle Fotografie-Begeisterung in Deutschland. Laut Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) steigt der Gesamtumsatz für Digital-, Spiegelreflexkameras und Wechselobjektive seit Jahren immer weiter an. Dem Interessenverband zufolge wurden vor fünf Jahren 2,18 Milliarden Euro für diese Geräte ausgegeben, 2012 waren es 2,3 Milliarden.

Ein Grund für die dennoch schwierige Situation der lokalen Händler sei die Konkurrenz der Internethändler, sagt Willy Fischel, Geschäftführer des BVT. Lokale Händler bestätigen das. Jens Dietrich aus Frankenberg sagt, Internet-Versandhäuser wie Amazon fungierten mit niedrigen Personalkosten und teils abgeschwächter Servicequalität als Preistreiber und schwächten die Vor-Ort-Händler.

So sei der Geräteverkauf, etwa für Kameras, Objektive und Stative, längst nicht mehr so lukrativ wie noch um die Jahrtausendwende. So macht der Geräteverkauf bei Jens Dietrich nur noch ein Viertel des Umsatzes aus, der Rest wird durch Dienstleistungen erwirtschaftet. „Früher war das Geschäft leichter“, sagt auch Wilhelm Deuster, Einzelhändler aus Korbach. Da der steigende Umsatz im Geräteverkauf nicht bei den Vor-Ort-Händlern ankomme, müsse man sich „breiter aufstellen.“

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Von Jan Schumann

Quelle: HNA

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