Gäste aus Borwa auf Deutschland-Tour

Auf Luthers Spuren und nach Berlin

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Einer der Höhepunkte ihrer Reise nach Deutschland war für die Gäste aus Borwa der Besuch der Hauptstadt Berlin.

Frankenberg - Als erste südafrikanische Partner-Delegation haben die Besucher aus Borwa die deutsche Hauptstadt besucht.

Ihr Besuch ist fast vorüber: Gäste aus dem Partner-Kirchenkreis Borwa in Südafrika sind seit Wochen im Frankenberger Land zu Besuch. Die Delegation besteht überwiegend aus Lehrerinnen und wird vom derzeitigen stellvertretenden Dekan, Reverend Michael Modikoe Rampaou, angeführt.Nach einer intensiven Phase des Kennenlernens-Phase mit Besuchen in Schulen, Kirchen und anderen Einrichtungen folgten Ausflüge zum Nationalparkzentrum, dem Edersee und die Teilnahme an kirchenmusikalischen Veranstaltungen.

Als Höhepunkt des Besuchs aber dürfte den Gästen eine Zwei-Tages-Reise quer durch Deutschland in Erinnerung bleiben. Sie führte über die Wartburg bei Eisenach und Wittenberg nach Berlin. Nach einem fordernden Wochenende mit der Teilnahme an mehreren Gottesdiensten startete die Delegation mit Partnerschaftsvertretern aus dem Frankenberger Kirchenkreis rund um Dekanin Petra Hegmann in Richtung Eisenach. Siglinde und Karl-Heinz Bastet hatten eine anspruchsvolle Tour vorbereitet, die mit einem Besuch der Wartburg begann und nachmittags mit einer umfassenden Führung durch die Wittenberger Altstadt fortgesetzt wurde.

Ganz nah am Reformator

Bei beiden Besuchszielen standen wegen der lutherisch geprägten Herkunft der südafrikanischen Partner Leben und Wirken des großen Reformators im Fokus. Tief beeindruckt zeigten sich die Besucher aus Afrika von der Schlosskirche, der Stadtkirche und dem Lutherhaus.

Am Abend erreichte die Gruppe schließlich die Unterkunft in der Berliner Stadtmission nahe des neuen Hauptbahnhofes. Die wohlverdiente Nachtruhe allerdings wurde durch einen Feuer-Fehl-Alarm abrupt unterbrochen. Die Berliner Brandschützer evakuierten umgehend das gesamte Hotel, bevor sie die Ursache des Fehlalarms ausmachten und beseitigten. So wurde die deutlich verkürzte Nachtruhe fortgesetzt. Diese Aufregung unter dem Eindruck „Berlin bei Nacht“ dürfte den weit gereisten Gästen noch lange in Erinnerung bleiben.

Am folgenden Tag stand der Besuch des Stadtteils Mitte an. Dabei weckte insbesondere das Begehen des Stelenfeldes mit 2711 Betonsäulen über dem jüdischen Dokumentationszentrum viele Emotionen. Nach einem Rundgang über den Pariser Platz, durch das Brandenburger Tor zum Reichstagsgebäude folgte eine eindrucksvolle Führung durch den Deutschen Bundestag in englischer Sprache. Dabei wurden neben der südafrikanischen Delegation auch weitere Besucher aus rund 20 Nationen begrüßt. Antworten und Erklärungen zur deutschen Geschichte, dem politischen System und parlamentarischen Zusammenhängen trugen wesentlich zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses bei.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde nach einem Blick von der großen Dachterrasse des Reichstags die Heimreise über den Potsdamer Platz angetreten. Zuvor allerdings machte die Reisegruppe noch eine Stadtrundfahrt

Bei einer letzten Rast in Halle an der Saale erregte der historische Marktplatz nochmals das Interesse der geschichtlich interessierten Reisegruppe. Die Gäste können in ihrer Heimat einiges erzählen: Es war die erste Reise einer Delegation aus Borwa in die Hauptstadt.

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