Karl-Friedrich Geldbach erhält das Bundesverdienstkreuz

Macher und Gestalter

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Karl-Friedrich Geldbach, Bromskirchen, Ehrenvorsitzender der Gemeindevertretung, Bundesverdienstkreuz, 24. März 2015

Bromskirchen - Er hat als langjähriger Vorsitzender der Gemeindevertretung Bromskirchen mitgeprägt und mitgestaltet. Gleiches gilt für die Feuerwehr, welcher er als Gemeindebrandinspektor vorstand. Am Montag wird Karl-Friedrich Geldbach nun mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Treue Mitstreiter, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort, Rückhalt aus der Familie und Glück: Das sind die Komponenten, die Karl-Friedrich Geldbach nennt, wenn er über die Gründe für seine außergewöhnliche ehrenamtliche Laufbahn nachdenkt. Der Bromskirchener ist Ehrenvorsitzender der Gemeindevertretung und Ehrengemeindebrandinspektor. Zu diesen Auszeichnungen gesellt sich am Montag eine ganz besondere hinzu: Für sein Engagement wird der 68-Jährige mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Diese Ehrung erfülle ihn mit Stolz, mache ihn zugleich aber auch demütig: „Das hört sich abgedroschen an: Aber ich weiß, dass ich das alles alleine nicht hätte machen können“, ist Geldbach seinen zahlreichen Weggefährten dankbar. „Eigentlich hätten sie alle die Auszeichnung verdient.“ Dem Ur-Bromskirchener ist es wichtig zu betonen, dass nicht immer alles konfliktfrei ablief, er aber mit Menschen zusammengearbeitet habe, mit denen er früher oder später einen Konsens gefunden habe.

Zwei wichtige Begleiter in seiner lokalpolitischen Karriere waren die Rathaus-Chefs der kleinen Gemeinde: Rudi Müller und Karl-Friedrich Frese. 1981 wurde Geldbach Mitglied der Gemeindevertretung.

„Ich war damals schon Gemeindebrandinspektor. Wenn man so ein Amt ausübt, ist die Schwelle in die Kommunalpolitik nicht mehr hoch“, sagt er mit einem Schmunzeln. Rudi Müller holte ihn in die Bürgerliche Wählergemeinschaft, die Vorgängerpartei der heutigen Bürgerliste Bromskirchen. Nach nur vier Jahren als Parlamentarier wurde Karl-Friedrich Geldbach als Nachfolger von Walter Hornig Vorsitzender der Gemeindevertretung. Mit einer Unterbrechung übte er dieses Amt bis 2011 21 Jahre lang aus.

„Das Gefühl, mitzugestalten und mitzuwirken am Aufbau der Gemeinde und auch Grenzen im Kopf zu überwinden“, das war es, was Geldbach an der Kommunalpolitik fasziniert hat. Und so sieht sich der Bromskirchener auch ein Stück weit als Architekt der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten. „Die politischen Verhältnisse waren damals ganz andere“, erinnert er sich. Die Gräben zwischen Bromskirchen und Somplar seien tiefer gewesen, und während heute häufig Einstimmigkeit im Parlament herrscht, habe es früher strikte Oppositionspolitik gegeben.

Dieser Wandel habe aber nichts damit zu tun, dass die heutigen Gemeindevertreter einfach alles abnicken würden, macht Geldbach deutlich. „Vor allem seit Karl-Friedrich Frese Bürgermeister ist, werden die Sitzungen intensiv in Ausschüssen und in den Fraktionen vorbereitet. Dort wird diskutiert und nach einem Konsens gesucht.“ Wenn ein Punkt im Vorfeld mehrfach beraten werde, dann würden sich die Kanten eben irgendwann abschleifen. Er sei froh, dass sich die Politik in Bromskirchen hin zur Sachlichkeit entwickelt habe.

Geldbach setzte sich 1993 für Frese als Bürgermeister in Bromskirchen ein. Die Zusammenarbeit mit ihm wie auch mit Rudi Müller bezeichnet der 68-Jährige als großes Glück. „Für Bromskirchen würde ich mir wünschen, dass Karl-Friedrich Frese bei der Landratswahl verliert, für ihn persönlich wünsche ich mir, dass er gewinnt.“

Was ihn nach wie vor mit Stolz erfülle, sei die heute gute Zusammenarbeit zwischen Bromskirchen und Somplar. Zum einen hätten die Somplarer Gemeindevertreter einen entscheidenden Beitrag für einen offenen Umgang miteinander geleistet, zum anderen spielten die Brandschützer in beiden Orten eine wichtige Rolle. 1982 war er Mitbegründer der Jugendfeuerwehr, seit 1998 leitet Karl-Friedrich Geldbach die Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr, wo Somplarer und Bromskirchener zusammenkommen. „Das wirkt sich auch auf die Einsatzabteilung aus.“ Jeder Feuerwehrkamerad trage diese Zusammenarbeit auch in die Familien hinein.

Traurig stimmt Geldbach, der sich auch vor deutlichen Worten nicht scheut, in diesem Zusammenhang allerdings, dass es einen Bruch zwischen ihm und dem Feuerwehrverein gegeben habe. Zwischen der Ehrenabteilung und dem Feuerwehrverein gebe es quasi keine Zusammenarbeit, „die Seniorengruppe steht neben dem Verein“, beklagt Geldbach. Ausflüge der Brandschützer würden etwa ohne die Senioren stattfinden, die Ehrenabteilung organisiere sich komplett selbst. „Ich bedauere das zutiefst, ich würde mir eine engere Zusammenarbeit wünschen.“ Schließlich sei es besser, jetzt etwas zu tun, als erst auf dem Friedhof die Fahne über dem Grab zu schwenken.

Abgesehen davon blickt Karl-Friedrich Geldbach sehr zufrieden auf seine ehrenamtliche Laufbahn zurück. „Menschen zusammenführen, Vorurteile abbauen und Gemeinsamkeiten erkennen“, das sei ihm wichtig gewesen. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Montag dürfte belegen, dass dies keine leeren Worte sind.

Von Tobias Treude

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