"Platzen" im Burgwald

Männer halten die Tradition aufrecht

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Burgwald-Ernsthausen/Birkenbringhausen - Geknallt hat es gestern wieder in einigen Dörfern im Altkreis Frankenberg. Auch in Birkenbringhausen und Ernsthausen lassen die Männer jedes Jahr am "dritten Feiertag" das "Platzen" aufleben.

Das „Platzen“ ist eine alte Tradition in den Dörfern. Die Feuerwehr von Birkenbringhausen und die Burschen aus Ernsthausen halten sie in ihrer Heimat am Leben. Die „Knallergruppe“ der Feuerwehr zog gestern zu den Häusern der konfirmierten, aber unverheirateten Frauen in Birkenbringhausen. Auch Firmeninhaber, Bürgermeister Lothar Koch und der frühere Bürgermeister Adam Daume bekamen Besuch. Vor den Häusern stellten sich jeweils vier Männer mit den Peitschen auf und ließen sie im Takt knallen.

Die Ernsthäuser Burschen liefen in drei Gruppen durch ihr Dorf. Früher platzten sie auch vor den Häusern der unverheirateten Frauen und bekamen vom Vater dafür Geld und Schnaps. Heute stellen die Burschen sich abschnittsweise in den Straßen auf und lassen dort die Peitschen knallen.

Viele Bürger schauen dabei gerne zu und bedanken sich mit Spenden in Form von Geld und Schnaps. Die „Platzer“ in Ernsthausen sind damals wie heute unverheiratet - denn es sind die Burschen, die diese Tradition fortführen. In Birkenbringhausen gibt es keine Burschenschaft, daher hält die Feuerwehr das „Platzen“ seit 31 Jahren im Gedächtnis der Bürger. „Früher haben die Mägde zwischen den Jahren die Stellungen an den Höfen gewechselt“, erklärte Horst Wickenhöfer. Die Burschen haben die Mägde dann vom alten Hof zum neuen Hof begleitet und dabei „geplatzt“.

(gs/mwi/pk)

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