Dörnholzhausen

Mäusejagd endet an Kehrfahrzeug

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- Frankenberg-Dörnholzhausen (da). Falkner Ernst Peter Rade aus Lindenhof hat einen jungen Bussard aus der Stoßstange eines LKW befreit.·

Ernst Peter Rade wird den Greifvogel ein wenig pflegen. Schon in einigen Tagen will der Fachmann aus Lindenhof den Bussard wieder in die Freiheit entlassen.

Es war ein ungewöhnlicher „Unfall“ – und er ist für einen Mäusebussard noch glimpflich ausgegangen: Ein Kehrfahrzeug fuhr gestern Morgen von Dörnholzhausen in Richtung Friedrichshausen, als das Tier im Tiefflug die Straße überquerte und sich in etwa 50 Zentimetern Höhe in einer Öffnung des Stoßfängers verfing. Das Tier war gefangen und konnte nicht ohne Hilfe aus seiner misslichen Lage fliehen.

Der Fahrer informierte die Polizei in Frankenberg, die Ernst Peter Rade aus Lindenhof hinzuholte. Der Fachmann befreite den Mäusebussard aus seiner misslichen Lage. Das sei kein Problem gewesen, berichtete Rade gegenüber der FZ. Der Vogel sei augenscheinlich unverletzt und lediglich durch den Unfall geschockt. Das Alter des Vogels sei nicht so leicht zu bestimmen, „das kann man bei Mäusebussarden nicht so genau sagen“. Vermutlich handele es sich jedoch um einen Jungvogel.

Rade betreibt gemeinsam mit seiner Ehefrau Hella, einer Tierärztin, ehrenamtlich eine Wildvogel-Station im Hatzfelder Weiler Lindenhof. Sie sind ist auf Wildvögel, vor allem Greife, spezialisiert. Seit die Station 1975 eröffnet wurde, hat Rade rund 1000 Vögel betreut. Dort will er den Mäusebussard einige Tage pflegen, um ihn dann wieder in die Freiheit zu entlassen – dort, wo das Tier auch verunglückt ist, also in der Nähe von Dörnholzhausen.

Der Unfall des Bussards ist ungewöhnlich – und zum Glück glimpflich ausgegangen. Ernst Peter Rade muss oft zu verletzten Vögeln eilen, die weniger Glück haben. Vor allem Stacheldrahtzäune sorgen für ernste Verwundungen, etwas seltener sind inzwischen Verletzungen, die durch Stromleitungen hervorgerufen werden. Nicht allen Tieren kann Rade helfen. Ausgewildert werden nur die Vögel, die allein in freier Wildbahn überleben können. Mitunter sind die Rettungsaktionen spektakulär, wie Anfang des Jahres 2010: Mithilfe von Feuerwehrleuten rettete Rade einen verfrorenen Uhu, der auf einem Ast dicht über der Eder saß und sich nicht fortbewegte.

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