Radiologie Nordhessen und Kreiskrankenhaus investieren zusammen 1,25 Millionen Euro in einen MRT

Mit dem Magnet kommt die Radiologin

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Frankenberg - Das Kreiskrankenhaus erweitert das Behandlungsspektrum: Ein hochmodernes Computertomographiegerät (CT) wurde Ende Mai installiert, gestern kam ein weiteres Spezialgerät in Frankenberg an, mit dessen Hilfe detaillierte Bilder des Körpers gefertigt werden: Die Radiologie Nordhessen betreibt direkt im Kreiskrankenhaus einen Magnetresonanztomographen (MRT).

Ein „Highend-CT, unsere neue Endoskopie, jetzt das MRT, wir tun alles, um für die Zukunft bestens gerüstet zu sein“, sagt Horst Cronau, technischer Leiter des Frankenberger Kreiskrankenhauses. Unter seiner Regie ist auch die jüngste Baumaßnahme geplant worden. Und das Hand in Hand mit Petra Faust-Cronau, die für das Praxismanagement der Radiologie Nordhessen in Bad Zwesten verantwortlich ist. „Der Ansturm auf MRT-Geräte ist wahnsinnig groß. Es gibt mittlerweile fast niemanden mehr, der noch keinen MRT-Termin vereinbart hat“, begründet sie die Investition in Frankenberg. „Achtwöchige Wartezeiten sind heutzutage nicht selten.“

Feldstärke von 1,5 Tesla

Die Magnetresonanztomographie ist ein so genanntes „bildgebendes Verfahren“, das vor allem in der medizinischen Diag-
nostik zur Darstellung von Struk-
turen und Funktionen der Gewebe und Organe im Körper ein-
gesetzt wird. Im Gerät wird keine 
belastende Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung erzeugt oder genutzt. Die hohe Feldstärke des Kernspintomographen (1,5 Tesla) ermöglicht eine extrem schnelle Bildgebung bei hoher Bildauflösung. 
 Das Ergebnis: eine sehr detaillierte und präzise Darstellung 
aller anatomischen Strukturen; insbesondere Wirbelsäule, Gelenke, Abdomen, Gefäße oder weibliche Brust. Die entstandenen Bilddatensätze können nach der Untersuchung in alle Raumrichtungen rekonstruiert nachbearbeitet werden. So können zum Beispiel die Becken-Bein-Gefäße, nach der Gabe von Kontrastmittel in die Armvene, dreidimensional dargestellt werden.

Das Kreiskrankenhaus bietet alle konventionellen und computertomographischen Untersuchungsverfahren an. Die Leitung der Röntgenabteilung obliegt dem Chefarzt der Medizinischen Abteilung. Bereits seit 1997 kooperiert die kommunale Klinik zudem mit der Praxis Mariß in Bad Zwesten. Das Kreiskrankenhaus und die Radiologie Nordhessen sind deshalb über Datenleitungen verbunden (Teleradiologie). Über ein Com-
putertomographiegerät oder einen Magnetresonanztomo-
graphen verfügte die Klinik bislang aber nicht. Für Diagnosen mit diesen Spezialgeräten mussten Patienten aus dem Frankenberger Land bislang nach Marburg oder Korbach fahren. Das Kreiskrankenhaus vermittelte die Patienten direkt nach Bad Zwesten. Diese Fahrten und vor allem die langen Wartezeiten entfallen. Seit knapp vier Wochen steht ein CT in Frankenberg, seit gestern ein MRT.

Radiologin in Frankenberg

Rund 800 000 Euro hat die Radiologie Nordhessen für den Frankenberger MRT investiert. Eine Spezialfirma brachte den mehr als sechs Tonnen schweren Magneten zum Kreiskrankenhaus, mit einem Schwerlastkran wurde das Gerät über mehrere Meter auf eine Terrasse gehoben, um von dort zum endgültigen Standort geschoben zu werden. Eingebaut wird der MRT in den nächsten Tagen in den bisherigen Räumen der alten Endoskopie. Nachdem diese Abteilung innerhalb der Klinik umgezogen ist (FZ berichtete ausführlich), wurden die Räume nach Auskunft des stellvertretenden Geschäftsführers Werner Bergener für rund 450 000 Euro umgebaut; auf Kosten des Kreiskrankenhauses. Betrieben wird der MRT jedoch von der Radiologie Nordhessen. Sechs Personen wird die Abteilung umfassen, unter Leitung einer Radiologin, erläutert Petra Faust-Cronau. Die ärztliche Leitung übernimmt Dr. Joanna Iwinska-Zelder, Fachärztin für Radiologie und Neuroradiologie. Sie arbeitete unter anderem als Oberärztin in der Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Gießen/Marburg. Seit 
Oktober 2012 gehört sie der Radiologie Nordhessen an. Tageweise wird sie von einem zweiten Radiologen unterstützt.

Initiiert wurde die Kooperation 2011 von Dr. Gert Mariß, der Anfang April überraschend gestorben ist. „Dessen Ziel war stets die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung zur besseren Auslastung vorhandener technischer und fachlicher Ressourcen“, erläutert Faust-Cronau. Die Radiologie Nordhessen ist mittlerweile eines der größten Radiologienetze Deutschlands mit zehn Standorten in Nordhessen und 15 teleradiologischen Kooperationspartnern, auch über die Grenzen Nordhessens hinweg.

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