Gemünden

Mais kokelt auf Kaminofen

- Gemünden (da). Gegen 9.30 Uhr rückten die Wehren aus Gemünden und Sehlen am Freitag zu einem Feuer aus: Aus den Fenstern eines weit außerhalb Gemünden gelegenen Hauses qualmte es.

Der Bewohner war nach Angaben der Polizei nicht zu Hause – er hatte am Morgen den Ofen angeheizt und war weggefahren. Ein Nachbar, der in einem Gebäude auf dem gleichen Hof lebt, bemerkte den Rauch und verständigte über Notruf die Rettungsleitstelle in Korbach.

Von dort wurden die Feuerwehren aus Gemünden und Sehlen alarmiert. 20 freiwillige Helfer rückten mit fünf Fahrzeugen aus. Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Wilfried Golde schlugen die Einsatzkräfte eine Fensterscheibe ein, um ins Haus zu gelangen. Damit sollte der Schaden gering gehalten werden – hätten die Wehrleute die Haustür aufgebrochen, wäre der Einsatz den Hausbewohnern noch teurer zu stehen gekommen.

Zwei Feuerwehrleute suchten unter Atemschutz den Brandherd – und fanden kokelnde Maiskolben auf einem Kaminofen. In einer Zinkwanne brachten sie die Kolben vor das Haus und löschten sie ab. „Dadurch entstand kein Wasserschaden in der Wohnung“, sagte Wilfried Golde. Die Helfer nutzten Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug. Mit einem einem starken Ventilator lüfteten die Feuerwehrleute anschließend die verrauchten Wohnräume.

Der Ofen sei in Folge einer Fehlbedienung „thermisch überlastet“, also überhitzt worden, informierte Bezirksschornsteinfeger Harald Stehl. Er ist Feuerwehrmann in Gemünden und gehörte zu den Einsatzkräften. Der Luftzufuhr des Ofenrohrs sei geshclossen gewesen, was ebenfalls zu der großen Überhitzung beigetragen habe.

Stehl vergewisserte sich auch, dass es sich nicht um einen Schornsteinbrand handelte. Der erforderliche Abstand von Ofen zur Wand und Möbeln sei eingehalten worden, betonte der Schornsteinfeger. Durch die starke Hitzeentwicklung hätte allerdings ein Schrank in Flammen aufgehen können.

Wilfried Golde lobte, dass der Nachbar die Leitstelle gut informiert hätte. „Wir wussten, dass die Familie nicht mehr im Haus ist. Damit war der psychische Druck weg, man ist beruhigt.“

Zufrieden war Golde auch mit der Einsatzstärke – die Zahl von 20 Aktiven sei für einen Vormittag sehr gut.

Bezirksschornsteinfeger Harald Stehl wies darauf hin, dass Fehlbedienungen von Kaminöfen immer wieder Folgen haben und beispielsweise zu Kaminbränden führen. Er verwies auf den kostenfreien Informationsabend „Richtig Heizen mit Holz“ am Donnerstag um 19 Uhr in der Ederberglandhalle – passend zur beginnenden Heizsaison.

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