Oldtimer-Stammtisch in Schreufa

"Manche fahren sogar Opel"

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Faszination Auto: Die Mitglieder des Frankenberger Oldtimerstammtischs treffen sich regelmäßig zum Gedankenaustausch in Schreufa. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit stehen auch wieder Ausfahrten an.Foto: Treude

Frankenberg-Schreufa - Männer und Autos, das passt. Das mag ein Klischee sein, aber sicher eines jener, die immer wieder bestätigt werden. Liebhaber ganz besonderer Autos treffen sich alle zwei Wochen in Schreufa: die Frankenberger Oldtimerfreunde.

„Wir fahren die unterschiedlichsten Autos und die unterschiedlichsten Fabrikate“, sagt Holger Bliedung - und wird prompt unterbrochen: „Manche fahren sogar Opel“, schallt es in den Saal hinein. Ein Witz auf Kosten der Freunde von Autos aus Rüsselsheim. Man fühlt sich kurz zurückversetzt in die frühen 1990er, in die Zeit der Mantawitze, als es hieß Golf GTI (Grand Tourisme Injection) oder Manta.

Doch gibt es bei den Männern, die im Gasthof „Zur Mühle“ in Schreufa sitzen, einen großen Unterschied zu den Freds, Berties und Klausies, die diese Glaubensfrage in Filmen humorvoll thematisierten. Es geht ihnen nicht um eine Glaubensfrage, sondern um eine gemeinsame Leidenschaft: Autos, Oldtimer im speziellen. Hier trifft der Porsche 911 auf den VW Käfer und der Mercedes-Benz 220, Baujahr 1961, auf das Cabrio Marke Peugeot 205. Sie alle haben den gleichen Wert, zumindest in ideeller Hinsicht. „Hier passt jeder Typ rein“, bringt es Bliedung auf den Punkt. Der Frankenberger ist von Beginn an bei den Oldtimerfreunden dabei.

Als in Allendorf 2007 die 900-Jahr-Feierlichkeiten stattfinden, präsentieren „vielleicht fünf bis sechs Leute“ ihre Oldtimer. Aus dem gemeinsamen Hobby entsteht ein Stammtisch. „Das sprach sich rum und es kamen immer mehr hinzu“, erinnert sich Holger Bliedung.

Heute sind es 23 Stammtischmitglieder, die sich alle zwei Wochen montags in Schreufa treffen. Es wird gefachsimpelt, sich gegenseitig geholfen und entschieden. Wo bekomme ich einen Stoßdämpfer für meine Corvette? Wo geht es bei der nächsten Ausfahrt hin? Gasthof, Museum oder Automesse?

Holger Bliedung hat diesmal seine Autosammlung mitgebracht - er hat zu Hause Hunderte kleiner Modellautos. Gerhard Eisenblättler dagegen fährt Rennen mit ferngesteuerten Autos. Es ist die Liebe für das Vehikel auf vier Rädern - der Deutschen liebstes Kind. „Das ist das Ausleben des kindlichen Spieltriebs. Früher habe ich mit den Autos aus meiner Siku-Sammlung (Anm.: Sieper-Kunststoffe)gespielt, heute kann ich sie fahren“, beschreibt der Wildunger Hans Hermann Kruse die Faszination Oldtimer. Erinnerungen würden hervorgerufen, etwa daran, wie er früher vom Vater eines Freundes im Mercedes zur Schule gefahren worden sei. Heute fährt er selbst so einen Mercedes.

Mehr über den Stammtisch lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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