In der Ortenbergschule schnupperten Schüler aus dem Landkreis Zirkusluft

Manege frei für Kinder

Hoch hinaus: (von links) Batuhan, Olivia, Jessica und Madlen führen artistische Kunststücke auf der Schaukel vor. Fotos: Dowe

Frankenberg. In der Turnhalle der Ortenbergschule dröhnt laute Musik aus den Lautsprechern. Es duftet nach Popcorn, und in der Mitte der Halle steht eine kleine Zirkusmanege. Eine Schülerin trippelt konzentriert auf einem Gummiball herum, dann der Seilschlag: Ein Mal, zwei Mal. Sie hält das Gleichgewicht. Begeisterter Applaus.

Hier herrscht heute Ausnahmezustand. Denn wo sonst der gewöhnliche Schulsport stattfindet, schnuppern Kinder von Schulen aus dem ganzen Landkreis derzeit Zirkusluft. Seit Jahren veranstalten der Landkreis Waldeck-Frankenberg und die Stadt Frankenberg das pädagogische Projekt in Kooperation mit dem Zirkus Zappzarap. Mit dem Konzept ist das Team aus Leverkusen in ganz Deutschland unterwegs, organisiert Projektwochen und Thementage wie jetzt in Frankenberg, die ganz im Zeichen von Zirkus stehen.

Kick fürs Selbstbewusstsein

Während der Projekttage wachsen die Kinder über sich selbst hinaus, weiß Heike Höhl, Mitarbeiterin beim Jugendhaus der Stadt Frankenberg. „Die Kinder lernen bei der Zirkusarbeit unheimlich viel“, sagt die Pädagogin. „Zirkus funktioniert nur in der Gemeinschaft, für Einzelkämpfer ist da kein Platz.“ So werden bei artistischen Showeinlagen und atemberaubenden Kunststücken wie Feuerspucken oder dem Gang übers Nagelbrett nicht nur Dinge wie Koordination und Motorik trainiert. Vor allem soziale Fähigkeiten wie gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit sind gefragt.

Dabei versteht sich „Kinder machen Zirkus“ als integratives Projekt – auch Kinder mit Behinderung sind daran beteiligt. „Besonders diese Kinder machen während der Zirkustage einen großen Schritt nach vorn“, sagt Heike Höhl. Außerdem ist so ein Auftritt vor Publikum Balsam fürs Selbstbewusstsein. „Auch Kinder, die sonst eher schüchtern sind, gehen in der lockeren Atmosphäre aus sich heraus“, sagt Noemi Helmer, Sozialarbeiterin beim Landkreis Waldeck-Frankenberg.

So sind die Kinder für den Zeitraum des Projekts vom Unterricht befreit. Während die Schnupperwoche nur klassenweise stattfindet, können die Kinder sich für die eigentliche Projektwoche im Juni (Termine siehe Hintergrund unten) einzeln anmelden. Zum Abschluss gibt es dann auf dem Burgberg eine echte Zirkusvorstellung mit allem, was dazu gehört: waghalsige Artisten, tollpatschige Clowns, magische Zauberkünste und ein prächtiges Zirkuszelt. Vorhang auf! Ein Video finden Sie unter www.hna.de/frankenberg

Von Kristin Dowe

Quelle: HNA

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