Mann zu Bewährungsstrafe verurteilt – Er dankte für „fünfte oder sechste“ Gelegenheit

Frankenberger Land. Zu sechs Monaten Haft auf Bewährung ist am Montag ein 23 Jahre alter Mann aus dem Frankenberger Land verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigte Mann Betrug in vier Fällen begangen hatte. Der Angeklagte war obendrein geständig.

Laut Anklage richtete der 23-Jährige im April dieses Jahres ein sogenanntes Paypal-Konto unter einem falschen Namen ein. Dabei handelt es sich um ein Online-Bezahlsystem. Der Angeklagte hatte mithilfe fremder Kontodaten im Internet eingekauft. Die Waren gingen an seine Adresse, die Rechnung an den Kontoinhaber. Das Gericht wertete das als Computerbetrug.

Im Mai beging der Angeklagte gleich drei Betrügereien. An drei Tagen des Monats hatte der Mann jeweils eine Spielekonsole der Marke Playstation 3 für je rund 200 Euro zum Sofortkauf beim Online-Auktionshaus ebay angeboten. Die Käufer überwiesen das Geld, der Angeklagte lieferte die Ware jedoch nicht.

Nach den Vorwürfen gefragt, gab der Zeitarbeiter die Delikte unumwunden zu. „Ich schäme mich und würde am liebsten die Zeit zurückdrehen“, sagte er reumütig. Der Mann gab zu Protokoll, zur damaligen Zeit in schlechten finanziellen Verhältnissen gelebt zu haben. Er habe ein mit einer Hypothek belastetes Haus geerbt. Für die Tilgung habe er das Geld benötigt. Seit fast vier Monaten habe er jedoch wieder einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma.

Diesen Punkt wertete das Gericht – nebst dem umfassenden Geständnis – bei der Urteilsfindung positiv für den Angeklagten. Außerdem rechnete Richterin Andrea Hülshorst dem 23-Jährigen an, dass er „den Schaden in einer Vielzahl der Fälle wieder gut gemacht hat“. Dagegen sprachen die „einschlägigen Vorbelastungen“, die im Bundeszentralregister für den Mann dokumentiert sind. (hof)

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Quelle: HNA

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