Mann vor Gericht: Schwester gestoßen, bedroht und Mülleimer über sie gekippt

Frankenberg. Er hat laut Anklage seine 14-jährige Schwester rückwärts in eine Badewanne gestoßen, den Inhalt eines Badezimmer-Mülleimers über sie ausgekippt und gedroht, sie umzubringen. Eigentlich liebe er aber seine Schwester „über alles“, sagte der Angeklagte.

Mit diesen Fakten musste sich am Dienstag das Frankenberger Amtsgericht unter dem Vorsitz von Richterin Andrea Hülshorst beschäftigen. Angeklagt ist ein 21-jähriger Mann aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg wegen Körperverletzung und Bedrohung. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft räumte der arbeitslose junge Mann weitgehend ein. „Du bist nicht mehr wert als dieser Dreck“, habe er gesagt, als er den Inhalt des Mülleimers ausschüttete, berichtete der Angeklagte.

Auf dem Flur des Gerichtssaales hatte es zuvor bereits eine lautstarke Auseinandersetzung gegeben. „Sie hat sich geschminkt wie ein Flittchen“, warf der Angeklagte seiner 14-jährigen Schwester vor. Sie hatte etwas Lidschatten aufgetragen.

Zusammen mit der Staatsanwaltschaft bemühte sich Richterin Hülshorst um eine Therapiemöglichkeit für den 21-Jährigen, der bereits eine längere Haftstrafe abgesessen hat. Dabei kam heraus, dass sich der Angeklagte am 1. Juli vor dem Amtsgericht in Korbach wegen einer Schlägerei verantworten muss.

Nach Rücksprache mit dem zuständigen Richter in Korbach entschied die Frankenberger Richterin, dass alle drei Angeklagepunkte nun in Korbach verhandelt werden sollen. Wegen einer drohenden längeren Haftstrafe soll der Angeklagte dann auch einen Pflichtverteidiger erhalten. (off)

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Quelle: HNA

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