Frankenberg

Mann schlägt auf am Boden liegende Frau ein

- Frankenberg (jos). Bei einem Angelausflug zum Bottendorfer Teichgelände hat ein 48-Jähriger aus Wetter auf seine am Boden liegende Frau eingechlagen. Das sieht das Frankenberger Amtsgericht als erwiesen an.

Wegen Körperverletzung verurteilte Richterin Andrea Hülshorst den aus Kasachstan stammenden Mann zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen á 45 Euro. Zuvor hatte der Montagearbeiter abgestritten, seine Frau geschlagen zu haben. Er behauptete, er habe sie lediglich davon abhalten wollen, nach dem Genuss von mehreren Gläsern Wodka noch Auto zu fahren. Dabei sei sie gestolpert und gestürzt.

Ähnlich schilderte dem Gericht auch die Frau selber die Geschehnisse an jenem Tag im Mai dieses Jahres. Doch Richterin Hülshorst schenkte dem keinen Glauben und wertete die Schilderungen als „Schutzbehauptungen“.

Genau wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hielt die Richterin stattdessen zwei Zeuginnen für glaubwürdig. Und die berichteten dem Gericht, dass sie beobachtet hätten, wie der Mann auf seine am Boden liegende Frau eingeschlagen hat. Zufällig seien die beiden jungen Frauen an dem Tag am Bottendorfer Teichgelände vorbeigekommen, sie wollten Freunden etwas zu trinken vorbeibringen. Die Zeuginnen berichteten, dass sie laut gerufen hätten, der Mann solle aufhören zu schlagen. Schließlich sei die Ehefrau des Angeklagten zu ihnen gelaufen, nachdem sie sich von ihm losgerissen hatte.

Ein Freund des Ehepaares sei dann dazu gekommen, berichteten die Zeuginnen. Er habe sie davon abhalten wollen, die Polizei zu rufen. Doch die im Gesicht verletzte Frau habe schließlich zugestimmt, dass die Polizei alarmiert wird. – Bei einer späteren Vernehmung bei der Polizei hat der Angeklagte erklärt, er habe mit seiner Frau nur Spaß gemacht, „so wie bei japanischem Sumo“. Diese Aussage hielt Richterin Hülshorst dem Angeklagten bei der Verhandlung vor – und wertete sie genau wie seine neue Version mit dem Sturz nach Stolpern als „sehr kreativ“, aber unwahr.

Gegen die Schilderungen des Angeklagten würden neben den Aussagen der Zeuginnen auch die Verletzungen im Gesicht sprechen. Hämatome an beiden Augen und schwere Schwellungen im Gesicht nahmen die Prozessbeteiligten auf Fotos in Augenschein, die die Polizei von der verletzten Frau aufgenommen hatte.

Hülshorst lobte expliztit die beiden Zeuginnen, die es genau richtig gemacht hätten. „Sie haben geholfen und sich selber nicht in Gefahr gebracht“, sagte die Richterin. Denn bevor die beiden jungen Frauen die Polizei gerufen hatten, waren sie mit ihrem Auto und der verletzten Frau einige Meter vom Teichgelände weggefahren. Außerdem haben sie der Frau geistesgegenwärtig ein nasses T-Shirt zum Kühlen ihrer Verletzungen gegeben.

Eine der beiden Zeuginnen berichtete, dass die Frau nach den Misshandlungen gesagt habe, sie könne nicht mehr und wolle von ihrem Mann weg. Im Gerichtssaal sagte die Frau hingegen: „Mein Mann hat mich im Leben nicht geschlagen. Wer lebt denn mit einem Mann, der gewalttätig ist?“

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