Frankenberg

Mann soll Kind missbraucht haben

- Marburg / Frankenberg (r). Das Amtsgericht hat am Donnerstag einen Haftbefehl gegen einen 31-jährigen Mann erlassen, der im Frankenberger Land wohnt. Es bestehe der dringende Tatverdacht des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in zwei Fällen, berichtete die Pressesprecherin des Gerichts, Staatsanwältin Wied.

Der Beschuldigte sei daraufhin festgenommen und nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch in die Krankenabteilung der Kasseler Justizvollzugsanstalt gebracht worden, sagte sie. Der Haftrichter des Kasseler Amtsgerichts hat den Haftbefehl verkündet und angeordnet, dass der Beschuldigte in der Justizvollzugsanstalt bleiben müsse.Die Marburger Staatsanwaltschaft hatte bereits im vorigen Herbst ein Ermittlungsverfahren wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen den Mann eingeleitet. Dabei wurden bei ihm ein Computer und eine externe Festplatte beschlagnahmt. Mit der Auswertung beauftragte die Staatsanwaltschaft eine Firma.

Bei ihrer Arbeit entdeckten die Mitarbeiter Bilder, die den dringenden Verdacht eines sexuellen Missbrauchs an einem Kind in zwei Fällen begründen. Die Staatsanwaltschaft wurde am Donnerstag unverzüglich informiert. Noch am selben Tag beantragte sie beim Amtsgericht den Untersuchungshaftbefehl gegen den Mann, der auch erlassen wurde.

Der Beschuldigte ist für die Justiz offenkundig kein Unbekannter. Wie die Pressesprecherin mitteilt, war er bereits im Jahre 1999 vom Landgericht in Siegen unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die Vollstreckung wurde zur Bewährung ausgesetzt.

2002 dann der nächste Vorfall: Das Marburger Amtsgericht verurteilte den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, woraufhin die Bewährung der Jugendstrafe widerrufen wurde.

Nach seiner Haftentlassung im August 2005 wurde der Beschuldigte unter eine sogenannte Führungsaufsicht gestellt. Dabei wurde er der Aufsicht und Leitung eines Bewährungshelfers unterstellt, außerdem habe er „weitere umfangreiche Weisungen“ erteilt bekommen, berichtet die Staatsanwältin. Außerdem sei der Mann in das Konzept der Zentralstelle zur Überwachung rückfallgefährdeter Sexualstraftäter aufgenommen worden.Derzeit dauerten die Ermittlungen in dem Verfahren wegen Missbrauchs des Kindes noch an, sagte die Juristin.

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