Bei der Geschädigten handelte es sich um die jetzige Verlobte – Der Mann bereut die Tat und hat eine Therapie begonnen

Mann verurteilt, weil er Frau in den Bauch trat

Frankenberg. 3000 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung in zwei Fällen – so lautet das Urteil für einen Mann aus dem Frankenberger Land. Das Amtsgericht Frankenberg sah es als erwiesen an, dass der 38-Jährige seine damalige Lebensgefährtin und derzeitige Verlobte bei einem Streit im Oktober vergangenen Jahres gewürgt und getreten hat.

„Der Sachverhalt war klar“, sagte Richterin Andrea Hülshorst bei der Urteilsverkündung. Und im Hinblick auf die Schilderung des geständigen Angeklagten: „Ich fühlte mich bei ihrer Beschreibung des Streits an zwei pubertierende Teenager erinnert.“

Was war passiert? Der Angeklagte, so das Gericht, hat im Oktober bei einem Streit seine Lebensgefährtin gewürgt und in den Bauch getreten. Bei den Tritten zog sich die Frau Prellungen im Bereich Gesicht und Rumpf zu. Die Staatsanwaltschaft Marburg legte das Würgen jedoch nicht als gefährlich aus, sodass der Mann wegen einfacher Körperverletzung angeklagt und verurteilt wurde.

Während die Geschädigte die Aussage verweigerte, stritt der 38-Jährige die Vorwürfe nicht ab. Der Angeklagte versuchte jedoch zu relativieren, dass der Streit eine Rangelei des Paares gewesen sei. Bei dieser habe er sich mithilfe seiner Füße zu Wehr gesetzt. Auch das Würgen sei eher ein beherzter Griff an die Schultern gewesen. Auslöser des Konfliktes, so der Mann, sei die Eifersucht seiner Lebensgefährtin gewesen, die ihn „angespuckt und immer wieder provoziert“ habe.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft glaubte dem Mann, dass die Lebensgefährtin „nicht ganz unschuldig“ gewesen sei. Jedoch rechtfertige das nicht die „gravierenden“ Übergriffe.

Der Angeklagte bereute die Tat und gab zu Protokoll, dass er eine Therapie begonnen habe. Dabei gehe es um den Tod seiner Eltern vor 20 Jahren, den er nie verarbeitet habe. Mit der Geschädigten ist der Angeklagte mittlerweile verlobt.

Das Gericht verurteilte den Mann zu 100 Tagessätzen zu je 30 Euro und blieb somit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Ein weiteres Verfahren gegen ihn in einer ähnlichen Angelegenheit wurde eingestellt. (hof)

Quelle: HNA

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