Mann wegen Nötigung zu 4500 Euro Strafe verurteilt

Frankenberger Land. Weil er einen 77-jährigen Rentner beschimpft hat, muss ein Mann aus dem Altkreis Frankenberg 4500 Euro Strafe zahlen und für drei Monate den Führerschein abgeben.

Ein 38-jähriger Mann aus dem Altkreis Frankenberg ist vom Amtsgericht wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt worden. Zudem muss er für drei Monate seinen Führerschein abgeben.

Der 38-Jährige soll im Mai diesen Jahres einen 77-jährigen Rentner erst beschimpft und dann gegen einen Busch gedrückt und bedroht haben. Danach habe der Mann laut Marburger Staatsanwaltschaft noch einen Zeugen dieser Tat an der Weiterfahrt gehindert und diesen dabei beleidigt.

Der Angeklagte sagte zum ersten Vorwurf, er habe ein Klacken im Auto gehört. Er habe gedacht, dass der Rentner mit seinem Regenschirm sein Auto berührt habe. Daraufhin habe er ihn sachlich gefragt, was dessen Problem sei. Als der Rentner einfach weiterlief, sei er ausgestiegen und habe den Mann zur Rede stellen wollen.

Ein Rentnerehepaar, das kurze Zeit später zum Ort des Geschehens kam, berichtete jedoch, dass die Fahrertür des Autos sperrangelweit geöffnet gewesen sei. Der Angeklagte habe wild gestikulierend auf das Opfer eingewirkt und es in russischer Sprache lautstark angebrüllt. Das Opfer sprach von wilden Beleidigungen und Bedrohungen.

So etwas habe er in seinem Leben noch nie erlebt, sagte auch der 77-jährige Augenzeuge. Als der 38-Jährige ihn bemerkt habe, habe er vom Opfer abgelassen und sei die Straße entlang weitergefahren. Dort habe er angehalten und wollte in seine Wohnung.

Dort geschah die zweite verhandelte Tat. Denn das Rentnerehepaar folgte dem Mann. Der Augenzeuge habe so getan, als würde es den Angeklagten fotografieren. Daraufhin kehrte der 38-Jährige von seiner Haustüre um. Er lief auf die Straße vor das fahrende Auto, zeigte dem Rentnerehepaar zweimal den Mittelfinger und beschimpfte beide.

„Sie haben mich angefahren, das werden sie noch bereuen“, habe der Mann aus dem Altkreis Frankenberg geschrien, berichtete der Zeuge. In Panik sei er daraufhin weggefahren und habe sich bei der Polizei gemeldet.

Die Staatsanwaltschaft Marburg fordert für beide Taten einer Strafe von 75 Tagessätzen zu je 60 Euro und einem Fahrverbot für drei Monate. Der Rechtsanwalt des 38-Jährigen plädierte auf Freispruch.

Richterin Andrea Hülshorst folgte jedoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Opfer und Zeugen hätte den Tatverlauf glaubhaft dargestellt. Aufgrund der strafrechtlichen Vorstrafen könne man gerade noch eine Geldstrafe aussprechen, so Hülshorst.

Sollten in Zukunft noch weitere Straftaten hinzukommen, müsse jedoch eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden, warnte die Richterin den Mann. Da beide Taten in Zusammenhang mit dem Straßenverkehr geschahen, sei auch der Führerscheinentzug angemessen. (fbr)

Quelle: HNA

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion