Marburger Fundbüro: Gebisse und Geld in der Isomatte

Vor dem Schaukasten: Auch jede Menge Schlüssel landen bei Susanne Aßler im Marburger Fundbüro. Fotos: Coordes

Marburg. Manchmal staunt Susanne Aßler über die Geldsummen, die im Marburger Fundbüro landen: 5950 Euro entdeckten Jugendliche in einem Umschlag unter einem Baum auf einem Grillplatz bei Marburg. Tage später meldeten sich die Besitzer im Fundbüro: Sie hatten das Geld für eine Straßenrenovierung ge-spart und in einer Isomatte versteckt. Nichtsahnend nahm die Tochter die Matte zu einer Übernachtung am Grillplatz mit - beim Ausrollen fiel der Umschlag unbemerkt heraus. Die Jugendlichen erhielten ordentlichen Finderlohn.

Fast jeden Tag werden Schlüssel, Brillen, Handys, Taschen, Turnschuhe, Schmuck, Regenschirme, Gebisse oder Fahrräder zum Fundbüro gebracht. Seit mehreren Jahren kümmert sich Susanne Aßler neben Pass-Anträgen, Führungszeugnissen und Hundeanmeldungen um die verlorenen Dinge: „Die Fundsachen mache ich besonders gern“, sagt die 46-jährige, die sich die Aufgabe mit Kolleginnen teilt.

Die Kunden freuen sich sehr, wenn sich die Vermisstes zurückbekommen: Kinder, die nach ihren Kuscheltieren fahnden, Erwachsene, die ihren Laptop suchen, oder junge Leute, die ihr Handy verloren haben. „Die haben ja oft ihr halbes Leben im Handy“, weiß Aßler. Schmerzlich vermisst wurde auch ein wertvoller Siegelring, den eine Dame beim Spielen mit dem Enkel in einem Sandkasten verloren hatte. Er wurde tatsächlich entdeckt und abgegeben.

Jeden Monat verzeichnet das Fundbüro etwa 100 verlorene Gegenstände. Schlüssel und Brillen werden gleich in einem Schaukasten ausgestellt. Die meisten anderen Dinge landen in einer Datenbank, so dass die Eigentümer auch online suchen können (www.marburg.de/de/15473).

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Von Gesa Coordes

Quelle: HNA

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