Vom Marburger „Landgraf-Philipp-Tropfen“ gibt es nur 120 Flaschen pro Jahr

Marburg. Kaufen kann man den edlen Tropfen nirgendwo. Es gibt nämlich höchstens 120 Flaschen pro Jahr. Der Wein vom Marburger Schlossberg ist eine Rarität.

Um eine der wertvollen „Landgraf-Philipp-Tropfen“ zu ergattern, muss man schon hoher Gast der Universität oder fleißiger Erntehelfer sein.

Nur 150 Rebstöcke ziehen sich an der Südostseite des Landgrafenschlosses entlang. Mit Blick über die gesamte Altstadt lesen sechs Männer den neuen Riesling. „Das macht einen Riesenspaß“ sagt Walter Rösner. Die Sonne steht tief über den Hängen. „Die Ernte müsste eigentlich gut werden“, sagt Horst Olbrich, Chef der Marburger Schlossbergwinzer.

Eigentlich gehört der Schlossberg der Marburger Philipps-Universität. Schließlich baute schon Uni-Gründer Landgraf Philipp vor 500 Jahren Traminer und Grauedel an den steilen Hängen oberhalb der Altstadt an. Die Qualität des Weines war aber nicht berauschend. Jedenfalls beschwerte sich ein spanischer Edelmann und Gast des Landgrafen, dass in Marburg „der reine Essig“ wachse.

Um 1950 wurden die letzten Stöcke gerodet. Erst 1997 wurde der Wein erneut zum Thema. Olbrich war damals als Chef der Wirtschaftsabteilung der Universität auch für die Liegenschaften der Hochschule zuständig. Rebstöcke sollten den Schlossberg verschönern, meinte der damalige Kanzler. Olbrich griff die Idee mit einem Verwaltungsmitarbeiter und einem Archäologen auf: „Ich habe mir damals nicht vorstellen können, dass es so viel Arbeit macht“, sagt er.

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Quelle: HNA

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