Marburger Philipps-Universität mit Hessens größter Abguss-Sammlung

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Eindrucksvoll: Kustodin Zoi Kotitsa vor dem Diskuswerfer von Myron. Die Philipps-Universität beherbergt Hessens größte Abguss-Sammlung.

Marburg. Bis nach Paris, Rom, London oder Athen muss der Kunstliebhaber fahren, um die Statuen im Original zu bewundern: Die berühmte Laokoon-Gruppe aus dem Belvedere des Vatikan oder die Nike von Samothrake, ein geflügeltes Wesen ohne Kopf und Arme, das heute im Louvre zu sehen ist. In Marburg stehen ihre Gips-Abgüsse im Ernst-von-Hülsen-Haus.

Mit 600 Gipsfiguren besitzt die Philipps-Universität Hessens größte und beste Abgusssammlung. „Dafür müsste man sonst viele Museen besuchen“, sagt Archäologieprofessorin Rita Amedick. Und in vielen Fällen handelt es sich auch um die „letzten Spuren von verlorenen Schätzen“, so die Expertin. Manche Originale wurden zerstört. Andere sind heute so verwittert, dass die Marburger Abgüsse besser erhalten sind.

Heute dient die Sammlung Studierenden dazu, antike Kunst zu begreifen. „Um Skulpturen würdigen zu können, muss man sie im Raum erleben“, erklärt Amedick. Die Hochschüler helfen auch dabei, dass Bürger und Schüler die wertvollen Stücke trotz der Renovierung des Hülsen-Hauses besichtigen können. Einmal wöchentlich öffnet die Sammlung für zwei Stunden ihre Pforten. Zu sehen sind Gipsfiguren aus der Zeit vom siebten Jahrhundert vor Christus bis zum dritten Jahrhundert nach Christus.

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Von Gesa Coordes

Quelle: HNA

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