32-Jähriger stach mindestens 14 Mal zu

Marburger hat seine schwangere Ehefrau umgebracht: Acht Jahre Haft

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Marburg. Acht Jahre Haft wegen Totschlags lautet das Urteil des Marburger Landgerichts gegen den 32-jährigen Marburger, der am 1. Juli 2013 seine schwangere Ehefrau erstochen hat. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei nicht nachzuweisen, so die Kammer gestern.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Carsten Paul folgte mit dem Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Bei der Tat handele es sich um eine gezielte Tötung, so der Vorsitzende. Diese Feststellung beruhe unter anderem auf dem Geständnis des Angeklagten, auch wenn der sich an die eigentliche Tat nicht erinnern konnte oder wollte.

Die 37-Jährige war an den Folgen von mindestens 14 Stichen, die ihr vorwiegend in Hals und Oberkörper durch ein Küchenmesser in der Wohnung zugefügt worden waren, gestorben. Zuvor habe es etwa eine Stunde lang einen heftigen Streit gegeben. Und, so sagte Paul, „es bleibt letztlich der genaue Geschehensverlauf offen“. Außer den beiden ein- und zweijährigen Kindern befand sich niemand in der Wohnung. Direkte Zeugen gab es demnach nicht.

Um den 32-Jährigen wegen Mordes zu verurteilen, hätte es der Sicherheit bedurft, dass das Mordmerkmal auch vorliege, so Paul in Richtung Nebenklage, die genau dies gefordert hatte. Die bloße Möglichkeit, dass der Täter Arg- und Wehrlosigkeit seiner Frau ausgenutzt habe, reiche nicht aus. Zwar könne es sein, dass der erste Stich in den Rücken geführt worden sei, die Rechtsmedizinerin habe über die Reihenfolge jedoch nichts sagen können.

Der psychiatrische Sachverständige habe zudem überzeugend ausgeführt, dass die Tat aufgrund der Streitsituation zwischen dem Paar in „eruptiv entladendem“, hochgradigem Affekt ausgeführt worden sei. Das heiße, verminderte Steuerungsfähigkeit sei nicht auszuschließen, was wiederum zugunsten des Angeklagten zu berücksichtigen sei, wie im Übrigen sein Geständnis und dass er keine Vorstrafen habe.

(kse)

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Quelle: HNA

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