Eifa

Marc Briel und Franziska Seemann berichten aus Miami

- Hatzfeld-Eifa/Miami (da). Vor knapp zwei Monaten Marc Briel und Franziska Seemann in ihre Arbeit eingeführt. In der Frankenberger Zeitung berichten sie von ihren bisherigen Erfahrungen.

Am 4. September hat das Freiwillige Soziale Jahr der beiden begonnen. Ihr „Chef“ ist Frank Kopania, früherer Pfarrer in Frohnhausen, Eifa und Oberasphe. So kam auch der Kontakt zustande: Marc Briel ist Eifaer, wurde von Kopania konfirmiert. Franziska Seemann stammt aus Bredtenbach im Hinterland. Das Pärchen hat dieses Jahr gemeinsam an der Lahntalschule in Biedenkopf das Abitur bestanden.

Bis Juli 2010 arbeiten sie 30 Stunden pro Woche und unterstützen die hauptamtlichen Gemeindemitarbeiter – komplett ohne Bezahlung. „Deshalb ist sehr hohes persönliches und finanzielles Engagement notwendig“, erklärt Frank Kopania. Er ist „assistant pastor“ für die deutschen Mitglieder einer lutherischen Gemeinde in Miami und Direktor für die deutschsprachige Seelsorge im Gebiet der „Florida and Bahama Synod“. Zum ersten Mal bietet die Gemeinde ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ an – auf Initiative von Frank Kopania, der seit August 2008 mit seiner Familie in Miami lebt und dort als Direktor für deutschsprachige Seelsorge arbeitet. Schnell haben Marc Briel und Franziska Seemann erfahren, dass die Gemeindearbeit in Florida anders ist als in Deutschland. „Die Gemeinde ist mehr wie ein Verein, zu dessen Mitgliedern wir ständig Kontakt halten“, erzählt Franziska. „Zu jedem Gottesdienst laden wir per E-Mail ein. Dadurch ist die direkte Bindung höher, aber es erfordert natürlich auch mehr Arbeit.“

Während Franziska Seemann sich vor allem für Kindergottesdienst und Jugendarbeit einbringt, kümmert sich ihr Freund Marc um die Internetpräsent, Werbung und die Erstellung von Flugblättern. Beide sind überwältigt. Vor ihrem Dienstantritt sind beide durch die USA getourt. „Es war unglaublich und ist genau so, wie man es aus dem Fernsehen kennt“, berichtet Franziska Seemann. Mit ihrem Freund Marc lebt sie jetzt in einer „typisch amerikanischen“ Wohnsiedlung.

Der Empfang sei herzlich gewesen: „Nach der Einführung kamen alle auf uns zu, wird wurden umarmt. Die Menschen sind interessiert und sehr offen, wir haben bislang nur positive Erfahrungen gemacht.“

Auch die Arbeit mit Kindern macht Franziska Seemann Freude. Auch in Deutschland haben sich die beiden bislang ehrenamtlich engagiert, machen aber jetzt viele neue Erfahrungen.

In der Gemeinde gehen die Kinder zu Beginn der Gottesdienste von Frank Kopania nach vorne gerufen. Der Pfarrer erklärt kurz das Thema des Tages, dann gehen die etwa 10 bis 15 Kinder in einen anderen Raum und werden dort betreut – unter anderem von Franziska Seemann. „Wir basteln und singen. Die Kleinen werden dadurch eher an die Kirche herangeführt“, sagt sie.

Das Heimweh hält sich in Grenzen – auch, weil beide als Paar in Florida sind. Bei kleinen Schwierigkeiten helfen sie sich selbst: „Brot backe ich selbst, weil es hier nur Toastbrot gibt“, nennt Franziska ein Beispiel. Freunde und Familie vermissen beide. „Aber durch Webcam und Telefon ist das kein Problem“, sagt Marc Seemann.

Und einige Besucher aus Deutschland haben sich angekündigt. Langeweile kommt also bis Juli keine auf.

Frank Kopania sieht die Erfahrung, die die beiden in den USA machen, als großen Vorteil: „Im Lebenslauf der beiden wird sich das auf lange Sicht positiv niederschlagen“, ist er überzeugt.

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