4200 Euro Geldstrafe für Besitz von Marihuana und regelmäßiges Schwarzfahren

Mit Marihuana an der Grenze erwischt

Frankenberg/Münchhausen - Mit Marihuana sind zwei junge Männer aus Burgwald und Münchhausen an der Grenze zu den Niederlanden erwischt worden. Dafür mussten sie sich gestern vor dem Frankenberger Amtsgericht verantworten.

Im Oktober 2014 überredeten ein 22-Jähriger Münchhäuser und ein 21-Jähriger Burgwalder den Vater des 21-Jährigen zu einer Fahrt in die Niederlande. „Das kam uns so spontan in den Kopf“, sagte der 22-Jährige. „Wir wollten mal in so einen Coffee Shop“, sagte der Burgwalder. Dem Vater hätten sie erzählt, dass sie sich die Stadt anschauen wollten. In Deutschland wurden bei den beiden jungen Männern dann 31 Gramm Marihuana in neun Tütchen gefunden. „Das war für den Eigenbedarf“, betonte der 22-Jährige.

Der 22-Jährige Münchhäuser stand nur wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln vor Gericht. Der Arbeitssuchende bekam von Richterin Andrea Hülshorst eine Verwarnung und die Auflagen, seine bereits begonnen Besuche bei der Drogenberatung weiterzuführen und jeden Monat 25 Euro an die Frankenberger Tafel zu überweisen. Kommt der Münchhäuser diesen Auflagen nicht nach, so wird eine vorbehaltene Geldstrafe von 600 Euro fällig. Der Münchhäuser stand schon wegen einiger Delikte vor Gericht, die Verfahren wegen Hausfriedensbruch und Diebstahls seien jedoch eingestellt worden. Der 21-jährige Burgwalder hat sich laut der Anklage mehr zu Schulden kommen lassen. Neben der Fahrt in die Niederlande ist er auch mindestens vier Mal von Mai bis Oktober 2014 nach Münchhausen gefahren, um dort bei einem Mann und dessen Sohn Marihuana zu kaufen. Darüber hinaus ist er zwischen dem 6. Mai und dem 7. Juli 2014 fünf Mal beim Schwarzfahren im Zug nach Frankenberg erwischt worden.

„Nachdem Sie an der Grenze erwischt wurden, sind Sie nochmal nach Münchhausen gefahren, um Drogen zu kaufen. Warum?“, fragte Hülshorst den Burgwalder. „Eigene Doofheit“, kommentierte der - und versprach, dass er dabei sei, sein Leben zu ändern. Derzeit arbeite er als Leiharbeiter. Von seinem ersten Gehalt wolle er sich eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen. „Mir wird sowas nicht mehr passieren“, versprach er. Er wolle auch zur Drogenberatung gehen, wolle seinen Führerschein wiederbekommen - der ihm wegen seines Marihuana-Konsums bereits entzogen wurde. „Sie bekommen keinen Führerschein mehr, solange Sie weiter Drogen nehmen“, verdeutlichte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.

Richterin Hülshorst zählte auf, wie oft der 21-Jährige aus Burgwald bereits wegen Schwarzfahrens zu Geldstrafen verurteilt wurde. „Da hätte ich mich auch an die Wand stellen können, die hätte mir besser zugehört als Sie.“ Hülshorst verurteilte den Burgwalder zu einer Geldstrafe in Höhe von 4200 Euro. „Mit dem Geld könnten Sie den Führerschein machen und sich ein kleines Auto dazu kaufen“, sagte die Richterin und verdeutlichte, dass der Angeklagte wegen seines ständigen Schwarzfahrens sicherlich kein Geld gespart habe. „Und wollen Sie irgendwann wegen Schwarzfahrens ins Gefängnis?“

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