1000 Euro für leerstehende Immobilie

Marodes Privathaus in Dodenhausen: Verkauft statt abgerissen

Dieses Haus steht seit 20 Jahren leer: Ortsvorsteher Martin Schmidtmann hatte sich für den Abriss des Gebäudes im Ortskern Dodenhausens eingesetzt. Nun hat sich doch noch ein privater Käufer gefunden. Archivfoto: Biedenbach

Dodenhausen. Alles war für den Abriss durch den Ortsbeirat vorbereitet, da fand sich für ein marodes Privathaus in Dodenhausen doch noch ein Käufer.

Das war eine überraschende Wende: Seit mehr als zwei Jahren macht sich der Ortsbeirat Dodenhausen Gedanken, wie das seit 20 Jahren leerstehende, marode Haus in der Ortsmitte beseitigt werden kann. Als jetzt die Lösung gefunden war, hat die Besitzerin es über eine Internetplattform verkauft. Nun ist weiterhin unklar, was mit dem unansehnlichen Gebäude gegenüber der Kirche passiert.

Wie berichtet, hatten sich Dodenhäuser auf Initiative von Ortsvorsteher Martin Schmidtmann und des Ortsbeirats bereit erklärt, das Gebäude in Eigenleistung abzureißen. Die Hainaer Gemeindevertretung hatte Ende August auf Antrag der Unabhängigen Bürger Dodenhausens beschlossen, dass die Gemeinde das Haus zu einen symbolischen Preis kauft und 2100 Euro Entsorgungskosten bereitstellt - vorausgesetzt, die Eigentümerin holt vorher eine Abrissgenehmigung ein.

Mittlerweile hat die Besitzerin das Haus über eine Internet-Plattform für rund 1000 Euro verkauft, teilt Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus auf HNA-Anfrage mit. Die Gemeinde hätte das Vorkaufsrecht gehabt, verzichtet aber darauf. „Wenn jetzt etwas Positives dabei herauskommt, dann ist das ja eine gute Entwicklung“, sagt er.

Das hofft auch der Dodenhäuser Ortsvorsteher Martin Schmidtmann. Er war nach eigenen Angaben sehr verdutzt, dass das Haus, das so lange leer stand und für das sich kein Käufer fand, nun verkauft ist. „Seit fast drei Jahren machen wir uns im Ortsbeirat Gedanken über das Gebäude. Ich hoffe, dass es jetzt nicht noch weiter verfällt, sondern der neue Besitzer es in einen ansehnlichen Zustand versetzt.“ Was der neue Besitzer, eine Privatperson aus der Gemeinde Wohratal, mit Haus und Gründstück vorhat, ist bislang nicht bekannt.

Der Ortsbeirat wollte mit dem Abriss nicht nur für ein schöneres Dorfbild, sondern auch für mehr Sicherheit sorgen. Denn dann hätte in dem Bereich an der Durchgangsstraße ein Bürgersteig gebaut werden können. Derzeit führt nur ein schmaler Weg an dem Haus vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite grenzt die Landesstraße direkt an die Mauer des Kirchengrundstücks.

Von Martina Biedenbach

Warum das Engagement des Ortsbeirates eine Ausnahme-Aktion war, lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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