Der Zustand der Erkrankten ist stabil

Masernausbruch in Marburg – Elf Waldorfschüler erkrankt

Marburg. Die Marburger Waldorfschule steht im Zentrum eines Masernausbruchs in der Universitätsstadt. Nach Auskunft des Kreisgesundheitsamtes haben sich inzwischen elf Schülerinnen und Schüler aus den Klassen zwei bis elf mit Masern angesteckt.

Der Zustand der Erkrankten ist stabil, ein Jugendlicher musste ins Krankenhaus. Schüler und Lehrer, die nicht sicher gegen die hoch ansteckende Krankheit geschützt sind, dürfen die Schule zurzeit nicht betreten. In den Klassen zehn bis zwölf sind das mehr als ein Viertel der Jugendlichen. Von den 40 Lehrkräften muss ein Kollege wegen fehlender Immunität zuhause bleiben.

Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass es weitere Masernfälle auch außerhalb der Schule geben wird: „Wir müssen damit rechnen, dass auch andere Einrichtungen betroffen sein werden. Das ist nur eine Frage der Zeit“, sagte Dr. Martin Just vom Kreisgesundheitsamt: „Alles andere wäre überraschend.“ Deswegen empfiehlt er dringend, sich jetzt noch impfen zu lassen. Innerhalb von 14 Tagen wird dann ein 90-prozentiger Schutz aufgebaut. Eine zweite Impfung ist aber erforderlich.

Der erste Masernfall wurde Anfang Mai in Marburg bekannt, als ein 17-jähriger Waldorfschüler erkrankte, der sich im familiären Umfeld angesteckt hatte. Wurde zunächst die gesamte elfte Klasse vom Schulbesuch ausgeschlossen, fehlen inzwischen nur noch diejenigen, die nicht nachweisen können, dass sie immun sind. Deshalb wurden vier Schüler von der Abschlussfahrt nach Florenz ausgeschlossen.

Die mündlichen Abiturprüfungen für nicht geimpfte Schüler werden voraussichtlich an einem Samstag in getrennten Räumen stattfinden. Am Montag überprüften sechs Ärzte aus der Elternschaft der Waldorfschule den Impfstatus der insgesamt 560 Schüler.

In Deutschland gibt es seit Jahren immer wieder Masern-Ausbrüche. So konnte die Masernwelle in der Bundeshauptstadt Berlin seit Oktober 2014 noch nicht gestoppt werden. Seitdem sind etwa 1000 Menschen erkrankt. Im Februar starb ein Kleinkind an den Folgen der Infektion.

Quelle: HNA

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