Ehemaliger Bürgermeisterkandidat zieht sich aus beruflichen Gründen zurück

Matthias Lückel gibt sein Mandat ab

Gemünden - Für Matthias Lückel ist nach zwölf Jahren im Parlament vorerst Schluss mit Kommunalpolitik: Der Gerichtsvollzieher zieht sich wegen starker beruflicher Beanspruchung zurück.

Er wollte Gemündener Bürgermeister werden und unterlag dem heutigen Amtsinhaber Frank Gleim. Unterkriegen ließ sich Matthias Lückel, CDU, davon nicht. Er machte weiter als Stadtverordnetenvorsteher und saß nach der Kommunalwahl bei den Christdemokraten in der vordersten Reihe. Beruflich aber wurde der Gerichtsvollzieher immer stärker gefordert - sodass er sich gezwungen sah, sein Amt abzugeben. Schon Donnerstag nimmt Grüsens Ortsvorsteher Lothar Vöhl Lückels Platz ein.

„Mein Entschluss ist gefallen, weil es mein berufliches Umfeld nicht mehr anders zulässt“, begründet Lückel seine Entscheidung gegenüber der FZ. Durch eine Reform an den Gerichten sei seine Berufsgruppe mit zusätzlichen Aufgaben betraut worden - „Privatleben gibt es so kaum noch“, sagt er. Daher habe er sich dazu durchgerungen, die Politik nach zwölf Jahren im Parlament ruhen zu lassen. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, beteuert er. Letztlich sei er diesen Schritt dem Wähler aber schuldig.

„Wenn ich nicht mehr mitreden kann, mich nicht mehr informieren kann, dann kann ich auch nicht kompetent mitstimmen“, sagte er. Im Herbst habe er sich ein halbes Jahr Zeit gegeben zu prüfen, wie sich die beruflichen Veränderungen auf sein Ehrenamt auswirken. Im Sommer sei dann in Absprache mit der Fraktion die Entscheidung gefallen. „Meiner Verantwortung werde ich auch vor mir selbst nicht mehr gerecht“, sagt er. Der CDU will er aber treu bleiben - auch durch tatkräftige Mithilfe: So seien Einsätze im Landes- und Bundestagswahlkampf bereits terminiert.

Seinen Nachfolger nennt er eine „gute Wahl“: Lückels Stuhl in der CDU-Fraktion besetzt künftig Grüsens Ortsvorsteher Lothar Vöhl. Er ist als Schlosser und Teilerwerbs-Landwirt tätig. Vöhl war in der Zeit von 2006 bis 2011 bereits Mitglied der Gemündener Stadtverordnetenversammlung. Vöhl rückt nach, da Wilfried Lingelbach aus Gemünden auf den Antritt seines Stadtverordneten-Mandats verzichtet.

Von Malte Glotz

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