Frankenberg

Medienrummel um Ministerin im Wald

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- Frankenberg-Wangershausen (gl). Großes Aufgebot auf den Waldwegen um Wangershausen: Lucia Puttrich ist angereist, um der halben Rhein-Main-Presse zu zeigen, wie in einem echten Wald gewirtschaftet wird.

Was für ein Anblick: Drei Kleinbusse quälen sich über die vom Nieselregen aufgeweichten Waldwege bei Wangershausen, zwei Autos folgen. An Bord: Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich, ein halbes Dutzend Mitarbeiter des Landesbetriebs Hessen-Forst und des Frankenberger Forstamtes sowie Teams von Fernsehen, Pressestelle, Agenturen und der Rhein-Main-Presse. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte geladen zu einer „waldbaulichen Pressefahrt“ nach Wangershausen. Nach einem Bustransfer für die Großstädter von Wiesbaden nach Frankenberg werden an der Wangershäuser Grillhütte später Klöße, Rotkohl und Rouladen gereicht, bevor der Tross das Frankenberger Land in Richtung Cölbe verlässt, wo im Stadtteil Schönstadt in einem Sägewerk gezeigt wird, was mit dem Holz geschieht, das in Wangershausen aus dem Wald gezogen wird.

Es ist die Stunde der Forstwirte. Der Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Michael Gerst, ist ebenso anwesend wie Andreas Schmitt, Leiter des Frankenberger Forstamtes und Peter Stein, Revierleiter von Wangershausen. Schmitt und Stein sind es, die den Ausflug in den Wald inhaltlich tragen. „Windwurf und die Douglasie, das ist ein und die selbe Seite der Medaille“, sagt etwa der Fortsamtsleiter. Der Ministerin und den Pressevertretern erklärt Schmitt, warum der nordamerikanische Baum in Deutschland Einzug hält: Die Douglasie wachse schneller als die meisten heimischen Nadelgewächse, sie sei weitgehend käferresistent, könne Trockenheit gut vertragen und ihr Holz sei ideal für den Einsatz im Freien geeignet.

Kurzum: Der Klimawandel mache die Douglasie zu einem der wirtschaftlichsten Bäume der Zukunft. Teilweise wurden bei Stürmen wie Kyrill oder Xynthia bis zu 90 Prozent der Fichtenbestände umgeworfen. Sie sollen zu großen Teilen durch den „neuen“ Baum aus Amerika ersetzt werden, der vor der letzten Eiszeit auch in Mitteleuropa heimisch war. Langfristig soll er etwa zehn Prozent des hessischen Waldes ausmachen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 12. Oktober

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