Hatzfeld

Mehr als 5000 Besucher beim Schleppertreffen

- Hatzfeld (da). Wer vor zwei Jahren dachte, das Oldtimertreffen der Hatzfelder „Schrauber“ könne nicht noch größer werden, wurde bei der Neuauflage am Wochenende eines Besseren belehrt: Auf der 20 000 Quadratmeter große Fläche – ein Parkplatz und eine angrenzende Wiese am Ortsausgang Richtung Beddelhausen – gab es keinen Stellplatz mehr für weitere Fahrzeuge.

Vor zwölf Jahren haben die Oldtimerfreunde klein angefangen, inzwischen ist es das größte Treffen dieser Art in der Region. Entsprechend groß ist auch das Einzugsgebiet: Sehr viele Besucher und Aussteller kamen aus dem Wittgensteiner Land, viele weitere aus dem Altkreis Frankenberg, dem Hinterland und dem Marburger Raum – und vereinzelt auch darüber hinaus.

Mehr als 5000 Menschen kamen am Samstag und am Sonntag auf das Gelände, schätzte Bernd Nowak, Vorstandsmitglied der „Schrauber“. Genaue Zahlen waren noch nicht ausgewertet. Mehr als 500 Fahrzeuge waren ausgestellt. „Wir sind natürlich erfreut über diese Besuchermasse“, sagte Nowak. „Das ist schon enorm.“ Groß war wieder das Interesse an den Schleppern. Viele waren dabei, die noch vor wenigen Jahrzehnten in jedem Dorf zum Bild gehören, heute aber rar geworden sind. Einigen Fahrzeugen sah man an, dass sie immer noch treu ihren Dienst versehen – andere waren im restaurierten Top-Zustand. Hanomag, Lanz, Eicher, John Deere in jeder Größe wurden von stolzen Besitzern gezeigt.

Die „Schrauber“ hatten nur einen kleinen Teil ihrer Fahrzeuge ausgestellt, um mehr Platz für die Gäste zu lassen. Zu sehen war beispielsweise ein seltener spanischer Barreiros-Schlepper.

Auch die alte Autos und Motorräder nahmen größeren Platz ein als vor zwei Jahren. Neben einigen Hot Rods, also modifizierten amerikanischen Oldtimern, waren auch einige andere „Schätzchen“ zu sehen: Riesige Chevrolet-Straßenkreuzer, eine rassige AC-Cobra aus England, schmucke VW Käfer und andere wertvolle Museumsstücke. Viele Besitzer campierten im Wohnwagen auf dem Ausstellungsgelände.

Zu schaffen machte dem Hatzfelder Verein das Wetter: Zwar blieb es am Samstag und Sonntag trocken, „aber die Woche vorher hat es viel geregnet“, sagte Bernd Nowak. Die Folge: Die Schlepper wühlten beim Fahren auf den Platz den Boden auf, einige Stellen waren nur mit Gummistiefel passierbar. Auch eine Wiese, die als Parkplatz ausgewiesen werden sollte, konnte nicht genutzt werden. „Bisher hatten wir immer Glück mit dem Wetter“, sagte Nowak. Doch wer sich für Landwirtschaft interessiert, den kann ein bisschen Matsch nicht schrecken.

Mit dabei war wieder Harald Weber als Moderator. Fachmännisch stellte er die Besonderheiten verschiedener Fahrzeuge vor und befragte die Besitzer. „Er hat auch gute Kontakte geknüpft“, berichtete Bernd Nowak. Doch auch die Hatzfelder sind mittlerweile bekannt in der Szene – auch, weil sie von Frühjahr bis Herbst fast jedes Wochenende unterschiedliche Treffen und Ausstellungen besuchen.

An zahlreichen Ständen verkauften Händler Zubehör und Ersatzteile – Oldtimer-Fans finden findet dort immer etwas passendes. Die Nachfrage war groß. Erstmals vor Ort war der Showtruck eines Getränkeherstellers.

Für die Oldtimerfreunde aus Hatzfeld mit ihren knapp 60 Mitgliedern bedeutet das Schleppertreffen trotz des Erfolgs einen gewaltigen Kraftakt und viel Arbeit. Das Treffen begann schon am Donnerstag, „da war das Fahrerlager schon voll“, berichtete Bernd Nowak.

Umso mehr freut ihn und seine Kameraden die Hilfe, die der Verein seit Jahren bei der Organisation der Oldtimertreffen erfährt. Die Firma Hollingsworth & Vose stellt dafür die Fläche zur Verfügung. Viele örtliche Vereine stellen Mitglieder ab, die die Schrauber bei der Bewirtung, beim Kassieren oder sonstigen Arbeiten unterstützen. Mehr als 100 freiwillige Helfer seien im Einsatz gewesen, berichtete Bernd Nowak.

Ein eigenes Café hatten dei Landfrauen eingerichtet. Sie freuten sich über guten Betrieb. Gestern Morgen gestalteten die „Sauerland-Musikanten“ einen Frühschoppen.

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