Zehn Jahre für Umbau der Frankenberger Altstadt

Mehr als nur die Fußgängerzone

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Fußgängerzone – gezeigt von Bürgermeister Rüdiger Heß (l.) – und der Bereich von Ober- und Untermarkt – gezeigt von Bauamtsleiter Karsten Dittmar – stehen voerst im Fokus des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“.Foto: Malte Glotz

Frankenberg - Vom neuen Förderprogramm "Aktive Kernbereiche" sollen nicht nur Fußgängerzone und Kaufleute profitieren, sondern die ganze Altstadt.

An Baustellen haben sich die Frankenberger inzwischen fast gewöhnt. Gut so – denn für mindestens zehn weitere Jahre soll noch am Bild der Stadt gearbeitet werden; und zwar in deren „Wohnzimmer“, der Altstadt: Das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ ist für den Zeitraum bis Ende 2024 angelegt. Anders, als viele glauben, beschränkt es sich nicht nur auf die Fußgängerzone, für die bereits eine erste Fördertranche von 666000 Euro genehmigt wurde. „Das Programm umfasst den gesamten Altstadtkern“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß und weist auf einer großen Karte auf die rot gezogene Linie von Kanton-Brou-Straße über die Straße „Auf der Heide“ und die Stadtmauerstraße bis hinunter zum Thonet-Platz.

Mit einer Bürogemeinschaft aus „Umbau-Stadt“ und CIMA wurde ein Partner gefunden, der sich um das „Integrierte Handlungskonzept“ kümmern soll. „Wir wollen dort alle relevanten Gruppen einbinden: Einkaufen, Tourismus, Wohnen“, kündigt Heß an: Makler, Banken, Gastronomiebetriebe, Touristiker seien bereits angesprochen worden, es gäbe auch bereits einige positive Rückmeldungen. Bis zum Herbst soll das Handlungskonzept stehen – und mit diesem dann die Entwicklung des Kerns der Kernstadt, des „Herzens Frankenbergs“, wie Bauamtsleiter Karsten Dittmar es ausdrückt, bis Mitte des nächsten Jahrzehntes vorangetrieben werden.

Mit ins Boot sollen auch die Frankenberger Bürger. „Und da sind nicht nur Anwohner gefragt, sondern jeder, der etwas beitragen möchte“, sagt Bürgermeister Heß: Sie sollen eigene Ideen und Konzepte für die Altstadt einbringen. Und wer in einem Bereich dringend einen Handlungsbedarf sieht, sollte diesen auch erwähnen, muntern Heß und Dittmar auf: Für die nächstens Jahrzehnte dürfte „Aktive Kernbereiche“ das letzte große Förderprogramm für die Altstadt sein.

Welche Ziele genau im Rahmen des Programmes verfolgt werden sollen, das legt letztlich das gemeinsame „Integrierte Handlungskonzept“ fest. Aber auch die Stadt hat bereits Ideen: Einerseits möchte Heß noch in seiner Amtszeit – freilich: mit bereits einkalkulierter Wiederwahl – das vom ehemaligen Bürgermeister Sepp Waller (SPD) angedachte „Grüne Band“ vom Rathaus bis zum Bahnhof umgesetzt sehen. Die Fußgängerzone ab Thonet-Platz über Ritterstraße und Steingasse ist in diesem Vorhaben der letzte, aber auch der entscheidende Mosaik-Stein. Das beinhaltet eine Sanierung auch von Ober- und Untermarkt, jedoch frühestens nach Fertigstellung der Fußgängerzone mit Ritterstraße im Jahre 2017.

Darüber hinaus möchte Dittmar den Ruf Frankenbergs als „Fachwerkstatt“ festigen und schlägt dafür Förderungen für das Freilegen von verputztem Fachwerk vor. Gemeinsam mit einer ebenfalls geförderten energetischen Sanierung könne das für Immobilieninhaber ein attraktives Paket ergeben. „Das Programm ist ein wichtiger Impuls zum goldrichtigen Zeitpunkt“, sagt Dittmar über die nicht ganz taufrische Altstadt.

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