Landes- und Kreisverband des Roten Kreuzes haben ähnliche Schwerpunkte definiert

Mehr Migranten als Helfer gewinnen

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Frankenberg - Bei der Landesversammlung des DRK stellt sich Präsidentin Hannelore Rönsch mit ihrem geschäftsführenden Vorstand heute ab 9.30 Uhr in der Ederberglandhalle dem Votum der 265 Delegierten der 39 hessischen DRK-Kreisverbände.

Von der Mitgliederzahl ist der Frankenberger DRK-Kreisverband nicht der größte in Hessen, er zählt aber zu den aktivsten unter den 39. Einen Überblick über die Arbeit gaben Geschäftsführer Christian Peter und Kreisvorsitzender Dr. Rolf Bluttner im Vorfeld der Landesversammlung: das Angebot reicht vom Betrieb von Kindertagesstätten über den Rettungsdienst bis zur ambulanten und stationären Pflege. Ausgebaut werden soll die Behindertenhilfe, kündigte der Geschäftsführer an.

Ein Schwerpunkt bleibt die Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund. Peter verwies auf die beiden Projekte „Elternkompetenz stärken“ und „Aufsuchende Elternschule für Zuwanderer-Familien“, bei dem einmal in der Woche Lotsen Familien besuchen, um den Eltern die Inhalte zu vermitteln, mit denen sich die Kinder in der Schule beschäftigen. Dabei kooperiert das DRK auch mit der türkischen Gemeinde in Frankenberg. Eine türkischsprechende, ehrenamtliche DRK-Mitarbeiterin bietet seit Kurzem Gymnastik für Frauen mit Migrationshintergrund an. „Durch unsere umfangreiche Arbeit helfen wir als DRK mit, Menschen mit Migrationshintergrund besser in die Gesellschaft zu integrieren“, sagte Bluttner. Sowohl im Stammpersonal des Kreisverbandes als auch unter den ehrenamtlich engagierten Helfern befänden sich mittlerweile viele Menschen mit ausländischen Wurzeln.

Darauf hofft auch der Landesverband, blickte Rönsch in das nächste Jahr voraus. Das Präsidium hat sich die Werbung von Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern auf die Agenda geschrieben. Zum einen soll es Kampagnen geben, um Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen, für eine Mitarbeit zu begeistern. Sie sehe die Verpflichtung, dass die, die viele Jahre von der Gesellschaft etwas erhalten hätten, in der nachberuflichen Zeit der Gesellschaft auch etwas zurückgeben. „Wer sich einbringt, bekommt auch viel zurück.“ Zum anderen wolle sich der Landesverband interkulturell stärker öffnen. „Wir wünschen uns, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Arbeit einbringen.“

Rönsch verwies auf aktuelle Hilfsprojekte des Roten Kreuzes in aller Welt, unter anderem in Syrien. Am Dienstag verlassen wieder Lastwagen das Berliner Logistikzentrum, um Hilfsgüter im Wert von 220 000 Euro in die sechs Flüchtlingslager im Südosten der Türkei zu bringen, um dort syrischen Flüchtlingen zu helfen. In den vergangenen Tagen habe das Rote Kreuz auch in der Karibik nach den verheerenden Schäden durch Sturm „Sandy“ Hilfe geleistet. Diese rasche Unterstützung sei nur durch das umfangreiche Netz mit Vertretungen von Rotem Kreuz oder Rotem Halbmond in 178 Ländern und den weltweiten Großlagern möglich. „Wir müssen nicht erst Hilfslieferungen zusammenstellen“, erläuterte die Präsidentin die Bevorratung. Zehn Prozent der Spenden werden dafür verwendet.

Hannelore Rönsch, von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Familie und Senioren (CDU) und seit zwölf Jahren Präsidentin des Landesverbands, dankte für die gute und kritische Zusammenarbeit mit dem Kreisverband, der im nächsten Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert – und auch eigenständig bleiben will. In Waldeck-Frankenberg gibt es drei Kreisverbände: Frankenberg, Bad Wildungen und Korbach-Arolsen. Die Strukturen seien zu unterschiedlich und die Synergien zu gering, als dass eine Fusion Sinn ergeben könnte, sagte der langjährige Kreis-Geschäftsführer Hans-Herwig Peter.

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