Veranstalter und Ordnungskräfte haben Notfallplan ausgearbeitet

Mehr Sicherheit für den Arolser Viehmarkt

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Sicherheitskonferenz im Rathaus: Für die Sicherheit der Viehmarktsbesucher sind neben den städtischen Mitarbeitern Polizei, Feuerwehr und DRK im Einsatz.

Bad Arolsen. Unwetter, Feuer, Stromausfall – All das sind Punkte, die Behörden und Hilfsorganisationen kurz vor dem Arolser Viehmarkt in ihrem neuen Notfallplan bedacht haben.

Die Liste der möglichen Störfälle, die beim größten Volksfest Nordhessens – dem Arolser Viehmarkt vom 4. bis 7. August – für Ungemach sorgen könnte, ist lang. Gut zu wissen, dass die Stadt als Veranstalter Vorkehrungen trifft und mit den Helfern und Ordnungskräften von Polizei, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz einen Notfallplan ausgearbeitet hat. Dabei haben sie auch einen möglichen Anschlag im Hinterkopf. Immerhin werden wieder mehrere hunderttausend Besucher erwartet.

Der Plan

Tatsächlich hat Marktleiter Wilhelm Müller mit seinem Team eine dicke Mappe zusammengestellt, in der alle Ansprechpartner und Handlungsoptionen verzeichnet sind. Darin sind Fluchtwege bezeichnet, Vorgehensweisen zur Räumung des Platzes ausgearbeitet und vieles mehr.

„Unser mit Polizei, Feuerwehr und DRK ausgearbeitetes Sicherheitskonzept ist den neuen Anforderungen entsprechend aufgearbeitet“, stellte Bürgermeister Jürgen van der Horst bei einer Besprechung im Rathaus fest. Risikolagen seien identifiziert und beschrieben worden.

Die Angst vor dem Terror

Ganz offen sprach der Bürgermeister auch die in diesen Tagen weitverbreitete Angst vor einem Terroranschlag an: „Natürlich herrscht in unserem Land eine unbestimmte Terrorgefahr. Anschläge wie den in Würzburg kann man nie ausschließen. Ich gehe aber davon aus, dass unser Viehmarkt nicht unbedingt im Fokus steht.“ Ansonsten habe er den Eindruck, dass Feuerwehr und Rettungskräfte ihren ganz normalen Wachdienst auf dem Festgelände, wie gewohnt, sehr professionell leisten werden. „Nach den jüngsten Vorfällen in München, Würzburg und Ansbach ist ein terroristischer Anschlag oder ein Amoklauf nie auszuschließen. Allerdings liegen keinerlei Hinweise auf eine konkrete Gefahr für die Besucher des Viehmarkts vor“, sagte Volker König, Sprecher der Polizei im Landkreis. Überall im Land würden große Volksfeste gefeiert, wie zum Beispiel das Musik-Festival Open Flair in Eschwege, die die Sicherheitsbehörden vor schwierige Aufgaben stellen.

Der Tierauftrieb

Für den Viehmarkt gebe es schon wieder sehr viele Anmeldungen. Man erwarte einen sehr langen Festzug. Für die Tierschau sind 130 Pferde angemeldet, außerdem 140 Schafe und Ziegen. Der Pferdeauftrieb sei nach derzeitigem Stand der Dinge nicht durch das Herpes-Virus gefährdet. Van der Horst: „Wir gehen davon aus, dass die Tierschau stattfinden kann.“ Zu den Stoßzeiten am Freitag- und Samstagabend rechnet der Magistrat damit, dass sich gleichzeitig rund 30 000 Menschen auf dem Platz aufhalten, vier Personen je Quadratmeter asphaltierter Fläche.

Die Kontrollen 

„Für den Bad Arolser Viehmarkt haben die Behörden und Hilfseinrichtungen das Sicherheitskonzept überarbeitet und an die besondere Lage angepasst“, sagt Volker König von der Polizei. „Darin sind unter anderem auch die Fluchtwege bezeichnet und Vorkehrungen zur Räumung des Platzes getroffen. Die Polizei ist gut vorbereitet und wird das bewährte Konzept der vergangenen Jahre mit starker, offener Präsenz, aber auch mit verdecktem Einsatz in diesem Jahr umsetzen. Das bedeutet, dass sich die Besucher auf Kontrollen einstellen müssen.“

Von Elmar Schulten mit www.112-magazin.de

Quelle: HNA

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